Allergiekraut Ambrosia (Ragweed) – Der Schrecken aus dem Vogelfutter

Allergiekraut Ambrosia (Ragweed) – Der Schrecken aus dem Vogelfutter

Ambrosia (αμβροσία) ist ein Wort aus dem griechischen Wortschatz und bedeutet „Unsterblichkeit“. Man kennt es als unsterblich machende Speise der griechischen Götter, die gewöhnlichen Menschen vorenthalten wurde. Nun – um ebendieses Ambrosia will ich heute nicht schreiben, denn in diesem Artikel schreibe ich über das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia oder auch Ragweed). Dieses Gewächs macht leider nicht unsterblich und es ist auch nicht gesund. Ganz im Gegenteil!

Ragweed ist eine aus Nordamerika eingeschleppte, einjährige Pflanze. Die Pflanzengattung Ambrosia umfasst zahlreiche Arten. Ambrosia artemisiifolia gilt dabei als besonders starker Allergie-Erreger, bzw. sogar Allergie-Verursacher. Es ist als Ackerkraut, dem kaum Herr zu werden ist, stark gefürchtet. Wer seine Vögel im Garten füttert hat es sich vermutlich bereits eingeschleppt, aber auch entlang der Straßenzüge verbreitet es sich rasch.

Auch in unserem Garten entdeckten wir kürzlich einige Ambrosia-Pflanzen, die wir auf der Stelle entfernten. Wir werden nun beim Kauf von Vogelfutter noch aufmerksamer sein und haben uns auch bereits für den nächsten Winter nach einer Quelle umgesehen.
Ambrosia (Ragweed)

Wer hat Angst vor Ragweed?

Üblicherweise sind wir GartenGnome immer auch Fürsprecher für allerlei „Unkräuter“ und Wiesenpflanzen, die andere abmähen oder gar bekämpfen. Ambrosia ist jedoch eine eingeschleppte, invasive Pflanze, die zudem unter Allergologen als besonders aggressiv gilt. Die Pollen des Ragweed können neben starken Allergien sogar Asthma auslösen!

Ambrosia findet man oft auf gestörten Böden wie zB. auf Schutthalden, an Bahntrassen, auf Industriegelände oder an Straßenrändern. Auch in Feldern (Sonnenblumen, Kürbisse, Mais) und Stoppelfeldern findet man Ambrosia häufig. Besonders an Vogelfutterplätzen ist der Korbblütler aber auch in unseren Gärten anzutreffen, denn meist ist besonders günstiges Vogelfutter besonders mit Ambrosia-Samen durchsetzt.

Das Traubenkraut kann etwas über einen Meter hoch (bis ca. 150cm) wachsen. Vom Beifuß unterscheidet es sich durch leicht behssrte Stängel, kugelige bzw. buschige Wuchsform und gedrungenere Blütenstände. Ambrosia blüht von Mitte August bis Ende September mit hohen grüngelblichen Blütenständen, wobei man es besser nicht zur Blüte kommen lässt. Bis zu eine Milliarde Pollen produziert alleine eine einzige Pflanze, was die oben beschriebene Allegieproblematik besonders gefährlich macht.

Die ca. 3mm großen Samen sind mit Dornen versehen und haften damit gut an Reifenprofilen von Autos und Erntemaschinen. Auf diese Weise verbreiten sich die Pflanzen rasend schnell über Autobahnen, entlang von Straßenzügen und dann über die Anbaugebiete. Auch auf den Wiesen, auf denen Saat für Vogelfutter gewonnen wird findet man häufig Ragweed.

Ambrosia (Ragweed)

Wie man Ambrosia los wird

Hat man nur ein paar Pflanzen im Garten, so entfernt man diese am Besten so früh wie möglich (vor der Blüte) mitsamt der Wurzel. Sicherheitshalber sollte man dabei Handschuhe tragen. Sind bereits Blütenstände vorhanden, so sollte man besser auch einen Atemschutz (Staubmaske, OP-Maske) tragen. Die Pflanzen sollte man über den Hausmüll (in einem Müllsack verschlossen) entsorgen. Spätestens aber, wenn sich Samen gebildet haben, sollten die Pflanzen nicht mehr in den Kompost entsorgt werden, denn die Samen sind robust und über viele Jahre keimfähig.

Hat man größere Bestände im Garten, so hilft eventuell mehrmaliges, regelmäßiges Mähen. Aber Vorsicht: Ambrosia ist hartnäckig und kommt gerne wieder. Größere Ausbreitungen von Ambrosia müssen überdies gemeldet werden und es wird auch darum gebeten, von Ambrosia-Vorkommen auf öffentlichem Grund zu berichten: Ambrosia-Meldestellen für Deutschland, Österreich und die Schweiz. In Deutschland kann man Ambrosia-Funde auch ganz einfach über eine Handy-App melden (Download für Android und für iPhone).

Entfernung von Ambrosia (Ragweed)

Ambrosia vom Garten fern halten

Die Plage hätten wir durch hochwertigeres Vogelfutter vermeiden können. Wir haben uns umgesehen und wurden bei Vivara fündig, wo es Vogelfutter zu kaufen gibt, das mehrfach auf Ambrosia getestet wird. Bevor wir billiges Vogelfutter kaufen, das uns den Garten mit invasiven Pflanzen verseucht, bezahlen wir lieber etwas mehr und tun damit etwas für unsere Seelenruhe, unsere Gesundheit und für die Umwelt. Zudem ist das Vogelfutter von Vivara auch noch auf unterschiedliche Vogelarten abgestimmt und im Idealfall bekömmlicher und nahrhafter.

Wir hatten in unserem Garten glücklicherweise nur ein paar wenige Pflanzen, die in kürzester Zeit zu riesigen Ungetümen heranwuchsen. Sie machten sich an der Stelle breit, über der wir im Winter eines der Vogelfutterhäuschen aufhängen. Wir haben die Pflanzen glücklicherweise knapp vor der Blüte erkannt, Gummihandschuhe angezogen und die Pflanzen mitsamt der Wurzeln aus dem Boden gezogen.

Verwandte Artikel

4 Kommentare

  1. Gartenantiquar

    Gut, das Ihr dieser Plage den Kampf ansagt! Leider bringt die heutige Mobilität immer mehr solche Immigranten in unsere Gärten. Diese Exoten werden leider von vielen Gartenfreunden und Spaziergängern noch als harmlos eingestuft, der Schaden für die heimische Flora und Fauna ist jedoch immens.

  2. Uwe

    Hallo,

    wir haben heute nach bereits vielen Zweifeln (die Blumen wollten und wollten nicht blühen) über einen Bildervergleich feststellen müssen, dass wir Ambrosia-Samen in unserem Blumenkasten ausgesät haben. Schrecklich. Dabei war es eine gekaufte Samenpackung Schmuckkörbchen der Firma „Kiepenkerl“.

    Alle, die auch solche Samen gekauft haben, kann ich hier nur warnen und mal darauf hinweisen, sich ihre Pflanzen nochmal genauer anzuschauen. Wir haben jetzt 20 Pflanzen ausgerissen und in den Bio-Müll geworfen, da zum Glück noch keine Samenansätze zu sehen waren.

  3. Erna Stiller

    Hallo,
    zu Ihrer Aussage: „Wir haben uns umgesehen und wurden bei Vivara fündig, wo es Vogelfutter zu kaufen gibt, das mehrfach auf Ambrosia getestet wird.“

    habe ich eine Frage: wie wurde es bestätigt, dass Vivara tatsächlich auf Ambrosia testet. Ich konnte bislang trotz verstärkter Bemühungen keine Beweise dafür bekommen: im Gegenteil – ich wurde stets darauf hingewiesen, dass im Katalog steht, dass das Futter getestet wird. Auf der Packung ist nichts vermerkt, das auf Testen schließen lässt. Das Futter kommt aus UK und dort ist das Thema Ambroia NICHT bekannt.

    Es würde mich daher interessieren auf welcher Informationsquelle Ihre obige Aussage beruht.
    MFG Erna Stille

Hinterlasse einen Kommentar, deine Meinung ist uns wichtig!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *