Wir GartenGnome nutzen die Vorteile von Mischkulturen schon seit langem und wurden bisher nicht enttäuscht. Vielleicht weiß der eine oder andere Gärtner, dass es so manche Probleme mit auf einzelne Beete verteilten Monokulturen gibt. Ein herrliches Durcheinander kann viele Probleme gleich vorbeugen und sieht auch sehr schön aus.

Warum Mischkultur?

Viele Pflanzen in unserem Garten fördern sich gegenseitig im Wachstum. Wie das gehen soll? Durch Wurzelausscheidungen, die die Nachbarpflanzen zum Wachsen anregen sowie eine krankheits- und sogar schädlingsabwehrende Wirkung (die Partnerpflanzen erschweren Schädlingen durch ihre Duftstoffe das Auffinden ihrer Wirtspflanzen). Richtig gelesen, allein diese 2 positiven Eigenschaften der Pflanzen kann man nutzen, indem man sie einfach nur durcheinander pflanzt, statt jeder Gemüsesorte ein eigenes Beet zuzuweisen. Auch locken einige Pflanzpartner viele Bienen und Hummeln an, die sehr wichtig für die Befruchtung sind. Natürlich geht es bei einer Mischkultur nicht rein um Gemüsepflanzen, sonder auch um Kräuter und auch Blumen. Ringelblume und Tagetes bekämpfen zum Beispiel schädliche Nematoden im Boden.

In einer Mischkultur werden die Wuchshöhen, Wirkungen sowie Nährstoff- und Lichtbedarf der einzelnen Pflanzen miteinander kombiniert. Das hört sich im ersten Moment sehr kompliziert an, aber das ist es gar nicht. Mit der Zeit bekommt man schnell mit, wer mit wem kann und kann dann einfach und flott seine Pflanzen kombinieren.

Tipp: Skizzen von den einzelnen Gemüsebeeten können erfahrungsgemäß dabei helfen, sich auch im kommenden Jahr noch an die vorherige Bepflanzung zu erinnern und zu analysieren wie erfolgreich diese war. Mein farbig gestalteter Pflanzplan sah in den letzten Jahren immer mehr wie ein kleines, buntes Kunstwerk aus, es ist also in jedem Fall interessant, die Pläne aufzuheben. Nach einigen Sommern kennt man dann die idealen Kombinationen bereits auswendig. Man bekommt ein Gespür dafür, welche Kombinationen und Ausrichtungen für welchen Platz im eigenen Garten besonders gut funktionieren.

Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn

Wie bei Menschen gibt es auch in der Pflanzenwelt Nachbarn, die man einfach nicht riechen kann. Manche Pflanzen wollen nicht gerne nebeneinander wachsen, da sie sich entweder mit den Wurzeln in die Quere kommen, oder die Wurzelausscheidungen des anderen nicht vertragen. Um schnell herauszufinden wer sich mit wem gut verträgt, kann man eine sogenannte Mischkulturscheibe verwenden. Auch ich besitze eine Mischkulturscheibe der Umweltberatung und verwenden sie gerne. Das geht schnell und man sieht sofort was man wissen will.

Gute Nachbarn

  • Erbsen und Karotten – fördern sich gegenseitig im Wachstum
  • Karotten und Zwiebeln – halten sich gegenseitig Karottenfliege (Möhrenfliegen) und Zwiebelfliegen vom Hals
  • Erdbeeren und Knoblauch – Schutz vor Erdbeermilben und Schimmel
  • Bohnenkraut und Bohnen – hält Bohnenläuse ab
  • Paradeiser (Tomate), Kohl und Sellerie – Paradeiser hält Kohlweißlinge ab und Kohlfliege (Diese Kombination hat mich letztes Jahr mehr als überzeugt – der Kohl der ohne Paradeiser im Garten wuchs wurde von Kohlweißlingen befallen! Der Kohl bei den Paradeisern blieb unberührt!)
  • Borretsch und Gurken – lockt viele bestäubende Insekten an (und passen auch gut am Teller zusammen)
  • Basilikum und Paradeiser (Tomate) – gegen Mehltau und weiße Fliege

Noch einige günstige Kombinationen

Mischkultur mit Gurke, Dill und Erbsen

  • Kürbis, Mais, Bohne (Milpa genannt – hierzu gibt es im GartenGnom einen eigenen Beitrag)
  • Sellerie, Tomate
  • Gurke, Dill, Erbse
  • Karotte , Dill
  • Karotte, Radieschen
  • Radieschen, Kresse
  • Salat, Karotte
  • Feldsalat, Spinat
  • Kohlrabi, Bohne
  • Erbse, Kopfsalat (Häupelsalat)
  • Gemüsefenchel, Salat
  • Zucchini, Bohne
  • Kohl, Bohne
  • Fisole, Rote Rübe
  • Zwiebel, Pflücksalat
  • Brokkoli, Erbse
  • Lauch, Endivien
  • Spinat, Kolrabi
  • Paprika, Petersilienwurzel
  • Kohlsprossen, Bohnen
  • Radieschen / Rettich, Kraut
  • Kraut, Mangold

Ringelblume passt übrigens zu allem herrlich


Schlechte Nachbarn

  • Gurke, Tomate (Paradeiser)
  • Erbse, Buschbohne
  • Tomate, Kartoffel
  • Karotte (Möhre), Rote Beete (Rote Rübe)
  • Zwiebel, Bohne
  • Zwiebel, Brokkoli
  • Zwiebel, Erbse
  • Kraut, Zwiebel
  • Kraut, Knoblauch
  • Lauch (Porree), Bohne
  • Bohne, Knoblauch
  • Gurke, Radieschen
  • Sellerie, Petersilwurzel

Die Vorzüge von Mischkulturen in aller Kürze: Gute Nachbarn im Beet halten sich gegenseitig Schädlinge fern und verbessern den Ertrag sowie auch oft den Geschmack. Der Boden wird schattiert (wirkt der Wasserverdunstung entgegen) und Unkraut wird auch stark unterdrückt. Bestäubende Insekten werden angelockt und die Kräuter und Blumen zwischen dem Gemüse ziehen nicht nur Nützlinge an, sie sehen auch noch sehr schön aus. Die Zeit, die nötig ist um die ersten Mischkulturen zu planen, spart man im laufenden Gartenjahr wieder leicht ein, da man sich nicht mit diversen Schädlingen und Krankheiten herumschlagen muss.