Unter Fruchtfolge versteht man eine zeitliche Aufeinanderfolge mehrerer verschiedener Kulturpflanzen, auf ein und demselben Beet.

Stehen Pflanzen jährlich immer an der selben Stelle des Beetes, entziehen diese dem Boden über die Jahre hinweg die gleichen wichtigen Nährstoffe und laugen somit den Boden aus.  In einem „müden“ Boden haben Krankheiten und Schädlinge, die sich auf gewisse Pflanzen spezialisiert haben, leichtes Spiel und breiten sich aus.

Fruchtwechsel hilft hier, den Boden so zu nutzen, dass er immer ausreichend Nährstoffe für frisches Grün und schmackhafte Ernte bereit hält.

Auf was wirkt sich die Fruchtfolge aus?

Nährstoffe

Starkzehrer sind Pflanzen, die dem Boden große Mengen an Nährstoffen entziehen. Baut man sie im Folgejahr an der selben Stelle ohne zusätzliche Düngung erneut an, laugen sie den Boden weiter aus und finden auch selbst nicht mehr die nötigen Nährstoffe für ein gesundes Wachstum. Mittelzehrer dagegen kommen mit den Nährstoffen, die die Starkzehrer über gelassen haben aus. Die wenigen Nährstoffe, die von den Mittelzehrern übrig gelassen werden, sind gerade noch ausreichend für Schwachzehrer (Mehr zu Stark-, Mittel- und Schwachzehrern).

Wenn man danach im Beet Gründünungspflanzen anbaut, erhält der Boden wieder genügend Zeit, sich mit ausreichend Nährstoffen anzureichern.

Krankheiten

Durch bodenbürtige Schaderreger – also Erreger die durch den Boden übertragen werden – ist ein jahrelanger Anbau ihrer Wirtspflanzen an ein und dem selben Ort nicht empfehlenswert. Die wohl bekannteste Fruchtfolgekrankheit ist die Kohlhernie, die durch einen bodenbürtigen Pilz hervorgerufen wird. Dieser Pilz kann problemlos einige Jahre im Boden überdauern, auch ohne einen Wirt. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Kreuzblütler in einem großen zeitlichen Abstand anzubauen. Durch eine Fruchtfolge kann man somit Krankheiten eindämmen oder verhindern.

Schädlinge

Die bekanntesten Schädlinge bei Monokulturen sind bösartige Nematoden (Fadenwürmer). Diese vermehren sich beim jahrelangen Anbau der gleichen Pflanzen auf ein schädlichen Maß. Nicht zu vergessen ist, dass es auch nützliche Nematoden gibt, die man zB. in der natürlichen Schädlingsbekämpfung einsetzt! Durch Gründüngung mit Ringelblume, Tagetes, Kamille, Borretsch und Sonnenhut kann man die Schädlinge wieder in ihre Schranken weisen.

Einteilung der Beete in 4-jährige Fruchtfolge

Um die Fruchtfolge zu planen, teilt man die Anbaufläche beispielsweise in 4 Beete ein.  Die einfachste Möglichkeit einer planbaren Fruchtfolge für den Garten ist der jährliche  Wechsel von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern sowie der Gründüngung. Man kann auch eine 3-jährige Fruchtfolge ohne Gründüngung planen – ich empfehle dennoch die Variante mit Gründüngung.

Für besonders motivierte Biogärtner kann ich auch Mischkultur in Kombination mit der Fruchtfolge empfehlen!

 1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr
Beet 1GründüngungStarkzehrerMittelzehrerSchwachzehrer
Beet 2StarkzehrerMittelzehrerSchwachzehrerGründüngung
Beet 3MittelzehrerSchwachzehrerGründüngungStarkzehrer
Beet 4SchwachzehrerGründüngungStarkzehrerMittelzehrer