Blaukorn gehört nicht in den Biogarten

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Verfasst von | Kategorie: Blüh- und Zierpflanzen, Obst, Gemüse u. Kräuter, Zimmerpflanzen | Veröffentlicht am 15. Juli 2009

Beim Thema “Blaukorn” scheiden sich die Geister. Ich persönlich halte nichts davon.

In einem biologischen Garten ist kein Platz für Blaukorn. Es gehört nicht in das Gießwasser von Zierpflanzen und schon gar nicht sollte auch nur ein Körnchen in ein Gemüsebeet, denn Blaukorn ist Kunstdünger.

Ich bin immer wieder irritiert, dass viele Menschen ihr eigenes Gemüse im Garten anpflanzen um gesundes Biogemüse ernten zu können. Das erspart ihnen Obst oder Gemüse im Supermarkt kaufen zu müssen, das mit Pestiziden behandelt und mit wer weiß was für chemischen Mittelchen gedüngt wurde. Zum Düngen benutzen diese Menschen aber statt organischem Dünger den Kunstdünger Blaukorn. Sobald man mit Kunstdünger düngt, hat man aber kein Biogemüse mehr. Ich kann nur sagen, ein wahrer Biogärtner und GartenGnom lässt niemals auch nur ein Körnchen in seinen Garten gelangen.

Leider lese und sehe ich immer wieder in Gartenzeitschriften und Gartensendungen, dass man hier und da eine Hand voll Blaukorn streuen soll, um den Pflanzen bei Blüte, Wachstum und Fruchtbildung auf die Sprünge zu helfen. Meiner Meinung nach sollte man die Menschen endlich einmal aufklären, was sich eigentlich in den blauen und grünen Körnchen verbirgt.

Kunstdünger Blaukorn

Egal ob Blaukorn oder Grünkorn, beides sind leicht lösliche Mineraliendünger, auch Kunstdünger genannt, bestehend aus Salzen. Abgesehen davon, dass die Herstellung von Kunstdünger auf Erdöl basiert, benötigt sie viel Energie. Blaukorn ist ein rein mineralischer Kunstdünger, die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kalium. Diese Nährstoffe sind sofort verfügbar.
Die enthaltenen Phosphate binden sich an die in geringen Mengen im Boden vorhandenen Schwermetalle. Gelangen sie in den Körper, können sie sich in den Knochen ablagern und verschiedene Krankheiten auslösen. Durch hohe Stickstoffgaben kommt es in den Pflanzen zu einer hohen Nitratkonzentration, die dann nach der Ernte von den Menschen aufgenommen wird. Die nicht von den Pflanzen aufgenommenen Düngerbestandteile werden dann durch Gießen und Regen in das Grundwasser ausgewaschen. Nitrat ist der bekannteste Schadstoff, der in Grund- und Trinkwasser vorkommt.

versalzt, versauert, verwaist

Blaukorn kann auch den pH-Wert des Bodens senken (das vertragen nicht alle Pflanzen) und durch die überhöhte Salzkonzentration das Bodenleben massiv schädigen. Mit leicht löslichen Mineraldüngern kann man die Pflanzen sehr leicht überdüngen. Nach jahrelanger Anwendung ist der Boden mit Phosphor und Kali überdüngt, die Bodenlebewesen sind verhungert und die Regenwürmer größtenteils ausgewandert.

Keine Nahrung für die Bodenlebewesen

Der Kunstdünger Blaukorn enthält kein organisches Material, also auch keinerlei Nahrung für die kleinen Bodenlebewesen. Das heißt, die Mikroorganismen haben kein Ausgangsmaterial zur Verfügung um Humus zu bilden. Um wertvollen Humus zu bilden brauchen die Bodenlebewesen organisches Material, das sie umwandeln können um so die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar zu machen. So leidet durch das Düngen mit anorganischen Düngern sowohl das Bodenleben sowie die Bodenstruktur. Der Humus ist aber eine Grundvoraussetzung für einen fruchtbaren Boden im Garten.

Giftig für Kinder und Haustiere

Familien mit Kindern und Haustierbesitzer sollten auch wegen der Vergiftungsgefahr die Finger von Blaukorn lassen. Wenn Haustiere die blauen Körner aufnehmen, wird es gefährlich. Die Wirkung von Stickstoff, Kali und Phosphor auf die Tiere: blutiger Durchfall, Erbrechen und oft auch Kollaps – Sie können bei entsprechender Menge auch sterben.

Mann könnte einwenden, dass z.B. Hunde auch organischen Dünger im Garten aufnehmen können. Das stimmt wie zum Beispiel bei Hornspähnen, die auf Hunde scheinbar anziehend wirken, doch diese kommen problemlos wieder hinten raus, wie sie vorne rein kamen.

Die Gefahr einer Vergiftung besteht auch, wenn man Blaukorn in Gießwasser auflöst und damit Zimmer- und Balkonpflanzen gießt. Zum Beispiel trinken Hauskatzen liebend gerne aus Untersetzern, was bei einer solchen Blaukorn-Lösung fatal enden kann.

Alternativen

Es gibt genügend Möglichkeiten Blaukorn im Garten zu ersetzen und mit organischen Düngern den Pflanzen und Bodenlebewesen Nährstoffe zukommen zu lassen. Im Gartencenter kann man, wenn man an den unzähligen Blaukornsäcken und sonstigen anorganischen Düngern vorbei geht, z.B. Hornspähne, Gesteinsmehl und fertig gemischte organische Dünger kaufen. Brennnesseljauche ist ebenfalls zu empfehlen, sie düngt nicht nur, sondern vertreibt gleichzeitig Schädlinge und kostet nichts, außer ein wenig Zeit.

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