Uns GartenGnome hat sie schon vor geraumer Zeit gepackt: Die Leidenschaft rund um Garten und Pflanzen. Man könnte auch von „Hortomanie“ sprechen. Wir reden oft und viel über diese Leidenschaft und in unseren Unterhaltungen mit anderen Garten-Freaks erkennen wir immer wieder dieselben Eigenschaften, die sich mit der Zeit heraus kristallisieren. Vermutlich werdet auch ihr mehrere der genannten Punkte aus eigener Erfahrung kennen.

1. Mögest du immer Erde unter den Fingernägeln haben

Erde unter den Fingernägeln, Schwielen an den Händen und Hornhaut an den Fingern? Wie ungepflegt… und doch benutzen die meisten Gärtner fürs Wühlen im Erdreich nur ungern Handschuhe. Nur mit nackter Haut erspürt man die Feuchtigkeit der Erde und deren Beschaffenheit. Nur so erspürt man das Wurzelwerk und diverse Fremdkörper. Nur so kann man sich als Gärtner so richtig erden und mit dem Boden in Zwiesprache treten. Wir wollen hier den österreichischen Garten-Promi Xandl Schmidhammer zitieren: „Wir kommen alle miteinander aus der selben Familie: Aus der Familie der Gärtner. Und wie erkennt man das? Am Dreck unter den Fingernägeln – und wer den Dreck nicht hat, dem vertraue ich nicht“.

2. Urlaub im eigenen Garten oder auf Balkonien

Warum in die Ferne schweifen, wenn der Garten liegt so nah? 2015 verbrachten laut Institut für Freizeit- und Tourismusforschung (IFT) ganze 44 Prozent der Österreicher ihren Urlaub daheim. Das liegt natürlich auch teilweise an Zeit- und Geldmangel, allerdings ist der eigene Garten auch in diesem Fall eine ausgezeichnete Alternative. Was gibt es entspannenderes und schöneres, als nach Hause zu kommen und dort das eigene kleine Erholungs-Paradies vorzufinden? Wer einen Garten oder einen begrünten Balkon besitzt, der tendiert eher dazu, auch den Urlaub daheim zu verbringen.

3. Reiseziel: Garten

Wenn man dann aber mal verreist, dann darf der Zeitpunkt bei einem echten Gärtner auf keinen Fall in die Pflanz- oder Erntezeit fallen. Ja wir GartenGnome verreisen sogar manchmal lieber im Winter, damit wir unseren Garten im Sommer nicht alleine lassen müssen. Andererseits wird die Reisezeit auch oft nach der Vegetationsperiode am Reiseziel gewählt, denn am Reiseziel selbst gehören dann Gärten, Gartenschauen und Gartenmuseen zu den wichtigsten Fixpunkten.

4. Wenn das Büro zum Dschungelcamp wird

Benötigen die Kollegen schon eine Machete um bis zu ihrem Arbeitsplatz vorzudringen? Echte Gärtner brauchen ihre grüne Oase auch im Büro. Pflanzen werden aus anderen Teilen der Firma ins eigene Büro verschleppt, man nimmt immer mal wieder auch ein paar Topfpflanzen von daheim mit und wenn ein Kollege eine seiner Pflanzen beinahe ins Nirvana geschickt hat, nimmt man auch diese in Pflege.

Als Pflanzen-Messie hat man allerdings auch ein Problem: Immer wieder muss man fürs Gießen und die Pflanzenpflege im Büro Überstunden schieben. Für ein gutes Raumklima im Büro und eine grüne Atmosphäre nimmt man das aber gerne in Kauf.

5. Lieblingsfarbe Grün

Die Lieblingsfarbe vieler Gärtner ist Grün. Das Wort „grün“ stammt vom althochdeutschen Verb „gruoen“, das „sprießen“, „wachsen“ oder „gedeihen“ bedeutete. Da viele Pflanzen Chlorophyll enthalten, ist Grün die vorherrschende Farbe in der Natur.

6. Ein Strohhut kommt selten alleine

Strohhüte sind nicht nur das modische Pflicht-Accessoire eines Gärtners, sondern auch wichtig um den Kopf vor zu viel Sonnenlicht zu schützen. Wie wichtig dieser Schutz ist, bemerkt man spätestens nachdem man an einem heißen Sommertag stundenlang alles um sich herum bei der Gartenarbeit vergessen hat. Von einem solchen Sonnenbrand wird einem im besten Fall nur schlecht, im schlimmsten Fall zieht er Hautkrebs nach sich. Einen echten Gärtner erkennt man somit oft an seiner Strohhut-Sammlung.

7. Wie kann ich helfen?

Es dauert nicht lange, bis es sich unter Freunden, Bekannten, Kollegen und Menschen, die man noch nie zuvor gesehen hat herumgesprochen hat, dass man ein Herz für Pflanzen hat. Sobald das geschehen ist, kann man seine Lieblings-Rose darauf verwetten, dass man mehrmals in der Woche mit Pflanzenfragen gelöchert wird.

Ein grüner Daumen zieht auch Pflanzen an der Kippe zum Jenseits magisch an, die einem sogleich „zur Pflege“ anvertraut werden. Übersetzt bedeutet es meist, dass man die Pflanze behalten darf, sollte man es schaffen, sie ins Leben zurück zu holen.

8. Zipper-Beutel in der Handtasche

Ein echter Gärtner ist stets gewappnet, Samen zu sammeln und mitzunehmen. In meiner Handtasche sowie im Handschuhfach des Autos finden sich immer kleine Zipper-Beutel, Döschen oder andere Behältnisse, in denen man unterwegs Saatgut aus Samenkapseln, Schoten etc. aufbewahren kann.

9. Kaffeesatz im Kübel

Kaffeesatz aus dem Vollautomaten im Büro und aus der Filter-Kaffeemaschine daheim wird nicht mehr weggeworfen, sondern sorgsam aufgehoben und in einem Kübel oder einer Aufbewahrungs-Box gesammelt. Ein echter Gärtner weiß, dass Kaffeesatz ein wertvoller Dünger ist.

10. Gepflegter Garten vs. Saustall im Haus

Einen echten Gärtner erkennt man oft daran, dass der Garten gepflegt aussieht, man aber im Haus einen Saustall vorfindet. Man kann eben nicht überall Hand anlegen und die Prioritäten liegen bei einem leidenschaftlichen Gärtner zuallererst bei seinen Pflanzen.

Erde findet sich bei uns Gärtnern überall. Man findet Erde im Haus, an der Kleidung, auf der Fußmatte im Auto und sogar aus meiner Notebook-Tastatur musste ich bereits mehrmals Erdkrümel klopfen.

11. Samen-Tütchen wo man hinschaut

Eigentlich sollte man ja einen bestimmten Ort haben, an dem man Saatgut-Tütchen verstaut. Da ein grüner Daumen solche Säckchen aber schon beinahe magisch anzieht, werden sie oft an Ort und Stelle verstaut. Zwischen den Büchern im Regal, mit Magneten am Kühlschrank befestigt, im Küchenschrank, in der Nachtkästchenlade oder in der Polster-Ritze des Sofas. Nicht nur bei uns, sondern auch bei Freunden haben wir diese kleinen Tütchen bereits an den verrücktesten Orten entdeckt.

12. Wo ist der Kompost?

Ist man bei Freunden eingeladen, die auch einen Garten haben, ertappt man sich als Gärtner mit Leidenschaft dabei, zuallererst nach dem Komposter bzw. dem Komposthaufen zu sehen. Diese heilige Stätte wird immer wieder als das „Herz des Gartens“ bezeichnet, so wie die Küche das „Herz des Hauses“ ist. Der Kompost zeigt deutlich, ob in diesem Garten die Kreisläufe funktionieren, oder ob der Herzschlag ins Stocken geraten ist.

13. Regenwurmfriedhöfe

Echten Herzschmerz verursachen einer Gärtnerin wie mir Grundstücke, auf denen man außer Thujen, endlosen Grasflächen und Buchshecken nichts erblickt, das auf Vielfalt und Liebe zum Garten hindeutet. Im Vorbeifahren mit dem Auto malt man sich bereits aus, wie man auf diesem Regenwurmfriedhof einen blühenden und lebendigen Garten anlegen könnte.

14. Überquellender Lagerraum

Viele leidenschaftliche Gärtner wissen kaum mehr, wo sie weitere Einmachgläser, Kartoffel- und Apfelkisten, Marmeladengläser, Säcke mit Nüssen und Kürbisse verstauen sollen. Glücklich sind alle, die eine geräumige Vorratskammer ihr Eigen nennen, ausreichend Platz im Keller besitzen, oder jene, die sich im Garten sogar einen Erdkeller gebaut haben. Ist es nicht wundervoll, auch im Winter und im kommenden Frühjahr noch von der Ernte des vergangenen Gartenjahres zehren zu können?

15. Autokauf nach Kofferraum-Volumen

Beim Autokauf geht es einem echten Garten-Geek nicht um Luxus oder Geschwindigkeit, sondern vor allem um den Stauraum im Kofferraum oder auf der Ladefläche. Was zählt, ist nicht der glänzende Lack oder der Einpark-Assistent, sondern wieviele Erdsäcke, Pflanzen und Gartengeräte man im Auto verstauen kann.

16. Exzessives Fotografieren und Filmen von Pflanzen

Die Speicherchips unserer Kameras und unserer Smartphones sind laufend voll und 1.000 Fotografien und mehrere Videos in einem Monat sind besonders im Frühling und Herbst keine Seltenheit. Sind auch deine Festplatten gefüllt mit einer Unmenge an Fotos und sogar Videos von Pflanzen und Gärten? Kannst auch du nicht an einer schönen Blüte vorbei gehen ohne mit dem Smartphone ein Bild davon zu machen? Exzessives Fotografieren und Filmen von Gärten und Pflanzen entlarvt jeden Garten-Süchtigen.

17. Gartenbücher wohin man schaut

Einen Garten-Süchtigen erkennt man, wenn seine Kollektion an Gartenbüchern und Garten-Magazinen sich mit jeder Bücherei messen kann, oder deren Bestand an Fachliteratur sogar übertrumpft. Viele Gartenbücher sind zwar nicht wirklich nötig, aber es gibt uns ein beruhigendes Gefühl sie durchzublättern, wenn wir gerade nicht im Garten sein können. Besonders im Winter kann man die Vorfreude auf den Frühling mit Hilfe von Gartenbüchern in Bahnen lenken.

18. Fensterbretter als Aufzuchtstation

Im Frühjahr treibt ein Garten-Fanatiker seine Mitmenschen in den Wahnsinn, wenn plötzlich alle Fensterbretter und Stellflächen im Sonnenlicht mit Vorzuchtkästen und Anzuchttöpfchen zugestellt sind, selbst wenn ein Gewächshaus im Garten steht.

19. Zucchini für die Nachbarn

Wenn die Ernte mal wieder üppiger ausfällt und man gerade wenig Zeit zum Einkochen hat, dann verschenkt man gerne auch mal einen Teil der Ernte an Familie oder Nachbarn. Ja sogar Postboten und Paket-Lieferanten werden schonmal von übereifrigen Gärtnern mit frischen Früchten ihrer Ernte beglückt.

Ich habe schon von einigen Bekannten gehört, dass auf diese Weise auch konstante Verhältnisse entstehen können. Bekommen die Nachbarn zum Beispiel die frisch geernteten Zucchini in der ersten Woche, sind die Zucchini des Nachbarn in der zweiten Woche soweit und auch dieser verschenkt die Früchte über den Gartenzaun. Je mehr Nachbarn mitmachen, desto besser. So versorgt sich die gesamte Nachbarschaft regelmäßig mit frisch geernteten Zucchinis und anderen frisch geernteten Früchten.

20. Wetter-News und Wetter-App-Junkie

Das Wetter ist vermutlich der wichtigste Teil jeder Nachrichten-Sendung. Aber auch am Smartphone öffnen sich laufend Meldungen von mehreren Wetter-Apps gleichzeitig, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht. Pflichtprogramm für uns GartenGnome sind beispielsweise mindestens eine Wetter-App und die App der Unwetterzentrale. Daneben haben wir aber auch noch mindestens zwei weitere Wetter-Apps installiert, da sich die Auswertungen und Warn-Meldungen je nach Herkunft der Daten unterscheiden können.

21. Etwas andere Idole

Wer Monty (Montagu) Don, Sue Biggs, Alys Fowler, Hugh Fearnley-Whittingstall, Alan Titchmarsh etc. zu seinen Idolen zählt, der ist definitiv ein Garten-Liebhaber. Damit man im deutschen Sprachraum auch britische Garten-Stars zu sehen bekommt, muss man sich manchmal sogar eigens Pay-TV leisten oder eine eigene Satelliten-Schüssel montieren. Damit man sich die Garten-Sendungen dann auch ansehen kann, wird eigens dafür ein Festplatten-Recorder angeschafft.

22. Garten-Tour für Besucher

Neue Besucher werden nicht nur durchs Haus geführt, sondern erhalten auch eine Garten-Tour. Für echte Gartenbegeisterte ist der Garten schließlich zumindest so wichtig, wie das Haus, wenn nicht sogar wichtiger. Vielleicht lassen sich nicht alle Besucher von jungen Knospen oder Bohnenblüten beeindrucken, aber gerade in einem Naturgarten gibt es unheimlich viel zu erzählen und zu entdecken.

23. Ein Gespür für Sonne

Ein motivierter Gärtner beobachtet und dokumentiert den Sonnenverlauf und die Lichtsituation im Garten bereits über das gesamte erste Jahr mit einem neuen Garten. Mit den Jahren hat jeder Gärtner ein besonderes Gespür für den Verlauf der Sonne über einem Garten sowie für die Zeiten in denen Bereiche im Garten Sonne abbekommen und auch die Beleuchtungsdauer. Frage einen leidenschaftlichen Gärtner und er wird dir sehr genau zeigen können, wo die passende Licht-Situation für eine bestimmte Pflanze im Garten herrscht.

24. Fenstergucker aus Leidenschaft

Jeder leidenschaftliche Gärtner verbringt seine Zeit am liebsten im Garten. Ist das gerade nicht so gemütlich, zum Beispiel bei starkem Regen, Schneefall oder Sturm verbringt man seine Zeit auch gerne mal am Fenster und beobachtet die dicken Regentropfen, wenn sie in den Teich prasseln, wie der Schnee langsam die Landschaft bedeckt oder wie der Sturmwind die Äste biegt. Mit Futterhäuschen für Vögel und Eichhörnchen vor den Fenstern kann man stundenlang hinter der Scheibe verbringen um dem emsigen Treiben zuzusehen.