Drückende Hitze hat sich breit gemacht und in der Ferne rumpelt der Donner eines nahendenden Sommergewitters. Die Luft ist erfüllt vom Summen emsiger Insekten und vom Flügelschlag der Vogeleltern, die ihre Küken in den Nestern füttern. Im Garten wächst alles wie verrückt und vielerorts gibt es bereits die ersten Früchte von den Beeten zu ernten. Eigentlich könnte sich die Naturgärtnerin nun zurücklehnen und warten, bis die Ernte reif ist. Wer jedoch vorausschaut, wird erkennen, dass noch viel zu tun ist.

Was im Juli zu tun ist

Im Garten gibt es immer etwas zu tun und wenn es nur das regelmäßige Gießen im Sommer ist.

Regelmäßig Pflanzen kontrollieren

Im Sommer vermehren sich einige Insekten wir irre vermehren. In einem Naturgarten sollte das einigermaßen ausgeglichen vor sich gehen und so sollten sich Marienkäfer und Blattläuse in der Waage halten. Dennoch empfiehlt es sich, regelmäßig auf Blattlausbefall zu kontrollieren. Wenn die Natur nicht schnell genug ist, kann man ihr so noch früh genug auf die Sprünge helfen.

Auch die Paradeiser (Tomaten) sollte man immer wieder auf Braun- und Krautfäule untersuchen.Vorbeugend kann man mit Schachtelhalmtee, Magermilch mit Wasser verdünnt oder mit Knoblauch-Zwiebelschalen-Tee sprühen. Brennnesseljauche und Komposttee als Dünger stärken die Pflanzen ebenfalls. Achtung: Blütenendfäule tritt zu dieser Zeit ebenfalls häufig auf und wird fälschlicherweise für Braun- und Krautfäule gehalten.

Wer Erdäpfel (Kartoffeln) gepflanzt hat, sollte diese nun auf Kraut- und Knollenfäule sowie auf Kartoffelkäferlarven hin kontrollieren.

Bei Steinobst hilft es, möglichst früh die Entwicklung von Fruchtfäulen (Frucht-Monilia) und Zweigmonilia zu entdecken und abzusammeln bzw. abzuschneiden. Die befallenen Pflanzenteile und Früchte sollten nicht auf dem Kompost landen, sondern im Hausmüll.

Dünger und Düngen

Es schadet nicht, nun Knollenpflanzen und Zwiebelpflanzen zu düngen. Ebenso verhält es sich mit dem Gemüse. Besonders Starkzehrer können hin und wieder etwas Nachschlag gut vertragen. Kompost und selbst gebraute Pflanzenjauche geben Kraft und schützen die Pflanzen von innen.

Der Kompost kann in der Sommerhitze gern einmal zu heiß und zu trocken werden. Hier kann man mit der Gießkanne die Temperatur wieder ein kleines Bisschen senken und den Kompost feucht halten.

Rosen sollte man im Juli zum letzten Mal düngen. Damit soll man der Pflanze genug Zeit geben, damit die Zweige bis zum Winter widerstandsfähiger werden. Auch die Erdbeeren, die ihre köstlichen Früchte bereits reichlich produziert haben, kann man jetzt düngen.

Balkonblumen, die hauptsächlich für ihre Blütenpracht gepflanzt wurden sollte man regelmäßig ausputzen. Verdorrte Pflanzenteile und verblühte Blüten werden dazu laufend entfernt. Aufs Gießen und Düngen nicht vergessen!

Was kann man jetzt noch pflanzen?

Das Jahr schreitet zwar bereits voran, aber dennoch kann man einige Gemüse und Kräuter auch jetzt noch aussäen bzw. anpflanzen: Winterrettich, Kohlrabi, Erbsen, Knollenfenchel, Schnittsalat, Kopfsalat, Eissalat, Feldsalat, Endiviensalat, Chinakohl, Salatrauke, Kohlrabi, Radieschen, Buschbohnen, Karotten (Möhren), Rote Bete, Dill, Kresse und Spinat.

Von Ende Juli bis in den September kann man Bartiris pflanzen. Stockrosen sollte man jetzt bereits aussäen, damit die zweijährige Pflanze im nächsten Jahr schon blüht.

Ende Juli kann man auch Erdbeeren pflanzen. Die Früchte wurden nun produziert und auch auf natürlichem Wege würde die Pflanze sich nun ausbreiten. Zum einen über ihre Samen an den eben produzierten Beeren, zum anderen über ihre Triebe, die nun Kindel ausbilden. Diese Kindel, die sozusagen Klone der Mutterpflanze sind, kann man in neuen Töpfen wurzeln lassen. Im Herbst werden sie dann ins Beet gepflanzt. Erdbeeren zu vermehren ist Kinderleicht.

Nun ist nicht nur eine natürliche Pflanzzeit für so manches Gemüse. Es ist auch eine Zeit, in der die ersten Samen bereit zur Ernte sind.

Kampf gegen Hitze und Durst

Wer ein Gewächshaus sein Eigen nennt, der freut sich zwar über die zusätzliche Wärme in kühleren Jahreszeiten. Im Sommer kann es jedoch extrem heiß und sehr feucht im Inneren werden. Regelmäßiges Lüften beugt Pilzbefall und Pflanzentod vor.

Wasser ist kostbar, besonders in sehr heißen und trockenen Sommern. Wer eine Regentonne oder sogar über Zisternen und Brunnen verfügt, der kann sich glücklich schätzen. Wasser sparen im Garten spart Geld und schont die Umwelt.

Beerensträucher sollte man bei Trockenheit immer gut wässern, damit die Fruchtreife nicht stockt. Vergessen wir, bei Trockenheit unsere Stachelbeeren zu gießen, dann werden die Beeren rasch schrumpelig und unansehnlich. Wartet man nicht zu lange, dann kann man mit ausreichendem Gießen noch einiges retten. Wartet man zu lange, sind die Beeren verloren.

Bei Trockenheit freut sich der Naturgärtner über eine saftige Kräuterwiese. Wer jedoch einen kurz geschnittenen Rasen besitzt, der sollte diesen in heißen und trockenen Zeiten häufig gießen. Hier gilt: besser seltener, dafür aber reichlich gießen.

Pflanzen-Pflege

Beim Sommerflieder (Buddleja) kann man nun die verblühten Rispen abschneiden um die Blühzeit zu verlängern. Nicht mehr so blühfreudige Narzissen kann man nun ausgraben und teilen. Düngen nicht vergessen – das fördert die Vitalität und im nächsten Jahr ist die Blüte wieder üppiger.

Himbeeren schneiden: Abgeerntete Himbeerruten können bodennah abgeschnitten werden. Ein gut gemulchter Boden beugt der Himbeerrutenkrankheit vor. Generell empfiehlt es sich, unter Beerensträuchern und auf abgeernteten Beetflächen zu mulchen. Auf abgeernteten Beeten tut nun Gründüngung dem Boden gut.

Bereits abgeerntete Bäume wie Sauerkirschen, frühe Äpfel, Marillen (Aprikosen) und Pfirsiche können nun einen Sommerschnitt vertragen. Ausgelichtet werden jene Äste, die sich überkreuzen oder zu dicht wachsen. Besonders Sauerkirschen benötigen einen Sommerschnitt, da sie am besten am einjährigen Holz tragen.

Es empfiehlt sich, hohe Stauden rechtzeitig zu stützen. Einige Stauden wachsen gerade im Juli rapide und knicken bei rauerem Wind leicht ab.

Erntezeit Juli

Die ersten Kräuter können spätestens jetzt endlich geerntet werden. Um über das restliche Jahr ausreichend Kräuter zu haben, kann man sie zum Beispiel trocken oder einfrieren.

Die Erntezeit für Kirschen neigt sich nun seinem Ende entgegen. Späte Sorten reifen noch bis Ende Juli. Dafür beginnt mit Anfang Juli die Erntezeit für Zwetschgen (Pflaumen). Auch Ribisel (Johannisbeeren) und Stachelbeeren werden nun reif.

Erntereif sind nun auch die ersten Bohnen, Erbsen, Fenchel und Brokkoli. Die ersten Paradeiser reifen nun und auch die ersten Gartengurken lassen sich ernten.