Bereits bei der Gartenplanung sollte man auf die jeweiligen Bedürfnisse der Pflanzen achten und mit Bedacht wählen und kombinieren. Ein solches Merkmal der Pflanzen ist der Nährstoffbedarf. Man unterscheidet grob in Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer – eine Einteilungen, die erkennen lässt, wie viel Stickstoff eine Pflanze für ihr gesundes Wachstum benötigt.

In unseren Gärten sind wir oft geneigt, Blüh- und Nutzpflanzen, die in der Freien Natur nie nebeneinander gewachsen wären, plötzlich in ein und dasselbe Beet zu pflanzen. Unsere Kulturpflanzen stammen oft aus diversen Klimazonen oder aus verschiedenen Landschaften mit unterschiedlichsten Bodenarten. Eine Pflanze, die an die Steppe angepasst ist, hat andere Ansprüche als eine Moorpflanze oder eine Pflanze, die auf nährstoffreichen Kräuterwiesen wächst. Als Gärtner sollte man die Herkunft und Ansprüche unserer Gewächse kennen und dieses Wissen für uns nutzen.

Der Stickstoffbedarf unserer Pflanzen

Eine Übersicht über die chemischen Bestandteile, auf die unsere Pflanzen angewiesen sind, haben wir bereits im Artikel »Nährstoffe für Pflanzen: Was brauchen Pflanzen zum Leben?« zusammengefasst. Bei der eigentlichen Planung von Bepflanzungen kann es zwar hilfreich sein, wenn man diese Zusammenhänge besser versteht, doch für Gärtner reicht in den meisten Fällen diese wesentlich einfachere Gliederung.

Im Frühjahr, bis in den April hinein, sind die Temperaturen im Boden üblicherweise zu niedrig, und die Bodenvorräte stehen den Pflanzen noch nicht ausreichend zur Verfügung. Da man Starkzehrer wie Kürbisse oder Paradeiser (Tomaten) aber üblicherweise nicht so früh im Freien anpflanzt, ist das kein Problem. Setzt man die Pflänzchen Anfang Mai ins Freie, steht dem Stickstoffbedarf durch ausreichend Mineralisierung des Humus und Gründüngung nichts mehr im Wege.

Idealerweise pflanzt man Schwachzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer in einem Beet-Zyklus durch Fruchtfolge (Fruchtwechsel).

Gemüse auf dem Feld: Starkzehrer und Schwachzehrer

 

Einteilung der Pflanzen

Die Einteilung der Pflanzen ist relativ ungenau und die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Kategorien sind fließend. Im einen Buch werden Petersilie und Schnittlauch zum Beispiel zu den Mittelzehrern gezählt, in einem anderen werden sie zu anderen Kräutern unter die Schwachzehrer gereiht. Zudem existiert eine solche Kategorisierung nicht für jede einzelne Pflanze und auch Untersorten können sich stark von einander unterscheiden. Jeder Gärtner sollte daher eine Reihung nach eigenen Erfahrungswerten vornehmen, kann sich aber an Listen wie der folgenden orientieren.

Starkzehrer

Starkzehrer sind Pflanzen, die einen besonders hohen Stickstoffbedarf haben.

  • Artischocke
  • Broccoli
  • Endivien
  • Gurke
  • Kartoffel (Erdapfel)
  • Kohlarten
  • Kürbisse
  • Mais
  • Melonen
  • Porree
  • Rharbarber
  • Sellerie
  • Sonnenblumen
  • Spargel
  • Tagetes
  • Tomate (Paradeiser)
  • Zucchini

Mittelzehrer

Mittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Stickstoffbedarf.

  • Aubergine (Melanzani)
  • Chicorée
  • Chinakohl
  • Erdbeere
  • Fenchel
  • Karotte
  • Knoblauch
  • Kohlrabi
  • Lauch
  • Mangold
  • Pastinake
  • Radicchio
  • Rüben (Steckrübe, Rote Rüben / Rote Beete, Herbstrübe)
  • Rettich
  • Salate
  • Schnittlauch
  • Schwarzwurzel
  • Spinat
  • Zwiebel

Schwachzehrer

Schwachzehrer sind Pflanzen, die eher wenig Stickstoff brauchen. Hülsenfrüchtler (Leguminosen) benötigen beispielsweise sehr wenig Stickstoff aus dem Boden, da sie diesen selbst aus der Luft entziehen können.

  • Rucola
  • Radieschen
  • Kresse
  • Kräuter (die meisten Kräuter wie zB. Dill, Petersilie, Schnittlauch, …)
  • Feldsalat
  • Erbsen
  • Buschbohne
  • Bohnen