Zucchini gehören wohl zu den beliebtesten Gartenpflanzen. Sie wachsen rasch, liefern eine ergiebige Ernte und schmecken köstlich. Jedes Jahr stellen unsere Leser viele Fragen zum Thema „Zucchini“. Bisher haben wir die Fragen einzeln beantwortet, nun habe ich es endlich auch geschafft, einen Artikel dazu zu verfassen. In diesem Beitrag will ich die häufigsten Fragen unserer Leser rund um die Zucchini beantworten.

Viele männliche, aber kaum weibliche Zucchini-Blüten

Gleich vorweg: Nein, es gibt keine ausschließlich männlichen oder weiblichen Zucchinipflanzen. Zucchini-Pflanzen sind einhäusig. Das bedeutet, dass weibliche und männliche Geschlechtsorgane sich zwar in getrennten Blüten, aber an derselben Pflanze befinden. Männliche Blüten erkennt man an ihren langen dünnen Stielen. Weibliche Blüten sitzen hingegen direkt am Fruchtknoten auf noch sehr kleinen aber erkennbaren Früchten.

männliche Zucchini-Blüten

weibliche Zucchini-Blüte

Zu Beginn der fruchttragenden Zeit neigen Zucchinipflanzen gerne dazu, mehr männliche als weibliche Blüten auszubilden. Die ersten Zucchini-Blüten des Jahres besitzen daher oftmals keine Fruchtansätze. Ebenso kann Stress ein Auslöser sein. Stress bekommen Zucchini-Pflanzen beispielsweise, wenn sie unregelmäßig Wasser und Dünger bekommen. Besonders als Kübelpflanzen oder bei großer Hitze geraten Zucchini leicht in Stress.

Wer mag, kann einige der überzähligen männlichen Blüten in der Küche verwenden. Gefüllte Zucchiniblüten sind eine echte Besonderheit. Wichtig ist jedoch, genug männliche Blüten an den Pflanzen zu belassen, damit es dann auch mit der Bestäubung klappt.

Warum fallen kleine Zucchini ab?

Wenn die kleinen Zucchinifrüchte nach der Blüte einfach gelb werden und abfallen oder eintrocknen, kann es sein dass sie nicht befruchtet wurden. Besonders schlecht befruchtet werden Zucchini, wenn das Wetter kalt und nass ist, oder aber schwül ist. Der Pollen verklebt und gelangt nicht zur weiblichen Blüte. Auch bei großer Hitze leidet der Pollen.

Leider gibt es immer öfter noch einen weiteren Grund für die fehlende Befruchtung: Das Fehlen von bestäubenden Insekten. Ist dem so, bleibt leider kurzfristig nichts anderes übrig, als die Zucchini händisch zu bestäuben. Langfristig sollte man natürlich Nützlinge und in diesem Fall vor allem bestäubende Insekten in den Garten locken.

Ernteausfälle durch fehlende Düngung

Es kann sein, dass nach anfänglich guter Ernte die Ausbeute merkbar zurückgeht. Das liegt oft daran, dass die Zucchini zu wenig Düngung und darum zu wenig Kraft hat, um Früchte auszubilden. Zucchini sind Starkzehrer und entziehen dem Boden viele Nährstoffe.

Natürlich ist Kompost immer noch der beste Dünger. Allerdings ist es zwischen dem dichten Gewirr aus Stängeln und Blättern schwierig, den Kompost ordentlich auszubringen. Wir empfehlen daher, neben dem üblichen Gießen, das wöchentliche Gießen mit verdünnter Brennnesseljauche gemischt mit Urgesteinsmehl. Gesteinsmehl kann man auch am Balkon problemlos ins Gießwasser mischen, da es geruchslos ist. Auch Kompost in flüssiger Form, also als Komposttee ist eine Option.

Ernteausfall durch Mehltau

Auch durch Mehltau kann man Ernteeinbußen haben. Im Naturgarten sprühen wir vorbeugend Schachtelhalmsud und pudern die Blätter mit Urgesteinsmehl. Die älteren Blätter werden stärker befallen. Diese kann man problemlos wegschneiden und im Hausmüll entsorgen. Bitte nicht auf den Kompost werfen, da man den Mehltau ansonsten verschleppt.

Im Naturgarten gibt es noch eine weitere Geheimwaffe gegen Mehltau, die jedoch nur in seltenen Fällen tatsächlich einen stärkeren Mehltaubefall eindämmen kann. Mehltau ist die Leibspeise von Sechzehnfleck-Marienkäfern. Die kleinen Marienkäfer erkennt man besonders gut an ihrer gelben Färbung.

Warum sind manche Zucchini bitter?

Fakt ist: Wenn Zucchini bitter schmecken, dann sollte man sie nicht essen. Die Bitterstoffe sind hitzebeständig, das bedeutet dass auch Kochen und Garen nicht hilft, die giftigen Bitterstoffe unschädlich zu machen. Bittere Zucchini gehören auf den Kompost und nicht auf den Teller. Im schlimmsten Fall kann der Verzehr von bitteren Zucchini sogar tödlich enden.

Um nicht nach dem Zubereiten eines Zucchini-Gerichts enttäuscht festzustellen, dass man mit bitteren Zucchini gearbeitet hat, empfiehlt es sich, vor dem Kochen einfach zur Kontrolle ein Stück Zucchini an die Zunge zu halten.

Warum aber werden Zucchini Bitter? Zucchini entwickeln aus unterschiedlichen Gründen Bitterstoffe. Umweltstress durch Hitze, große Schwankungen der Luftfeuchte, Temperatur-Schwankungen, Pilzinfektionen, aber auch überreife Früchte und Früchte, die falsch oder zu lange gelagert wurden, entwickeln gerne einmal die gefährlichen Bitterstoffe.

Der Ursprung der Zucchini waren ungenießbare, bittere Kürbisgewächse. Erst durch Züchtung schwanden die Bitterstoffe und die Früchte wurden genießbar. Durch unkontrollierte Kreuzung mit anderen Kürbisgewächsen wie zum Beispiel mit Zierkürbissen, kann es ebenfalls zu Rückzüchtungen und damit zu bitteren Früchten kommen. Daher empfiehlt es sich, im Garten kein selbst geerntetes Zucchini-Saatgut zu verwenden. Dieses ist nur selten sortenrein und die Wahrscheinlichkeit, bittere Früchte zu ernten, ist sehr hoch.

Wer frisches, kontrolliertes Saatgut gekauft und gepflanzt hat und trotzdem bittere Zucchini erntet, sollte bitte nicht die komplette Pflanze aus dem Beet werfen. Wartet die nächsten Zucchini-Früchte ab, denn eine Zucchini kann wie erwähnt auch bitter werden, wenn die Pflanze unter Hitzestress und Trockenstress gelitten hat. Vor dem Anbau von Zucchini im Garten sollte man dennoch keine Scheu haben. Es ist wirklich einfach und die Gefahr, sich zu vergiften, ist extrem gering. Um eine tödliche Menge Bitterstoffe aufzunehmen, muss man wirklich viel davon essen. Das geschieht nicht unbemerkt, solange man über einen intakten Geschmacksinn verfügt.

Wann sollten Zucchini geerntet werden?

Überreife Zucchini und Früchte, die Umweltstress wie großer Hitze ausgesetzt waren, können Bitterstoffe bilden. Je länger die Früchte also an der Pflanze verbleiben, desto höher ist das Risiko, dass die Zucchini bitter sein könnten. Zucchini gehören zu den wenigen Früchten, die man eigentlich immer, außer zur Saatgutgewinnung, bereits unreif erntet.

Profiköche würden nun sagen, dass Zucchini-Früchte mit einer Länge von lediglich 10 bis 20 Zentimeter am besten schmecken. Die meisten Gärtner freuen sich allerdings über etwas mehr Masse und warten daher, bis die Zucchini etwa 30 Zentimeter lang ist. Das geschieht oft schneller als gedacht. Wir haben auch bereits weit größere Zucchini geerntet, allerdings schwindet nicht nur der Geschmack mit der Größe. Mit jedem weiteren Zentimeter wächst auch das Risiko, dass die Früchte bitter werden.

Kleine Zucchini faulen von der Spitze her

Im Sommer haben einige Gärtner das Problem, dass die kleinen Zucchini von der Spitze an anfangen zu faulen.

Eventuell handelt es sich um Blütenendfäule. Die tritt häufig auf, wenn die hohen Temperaturen starke Verdunstung an den Blättern verursachen und so nicht genügend Kalzium zu den Früchten transportieren. Besonders bei unregelmäßigem Wässern der Pflanzen tritt der berüchtigte Mangel auf, da die Pflanze die Nährstoffe so nicht ausreichend in sich aufnehmen kann.

Ein Nährstoffmangel im Boden selbst ist zwar denkbar, aber unwahrscheinlich. Düngung mit Blaukorn oder anderen Kunstdüngern führt häufig zur Überdüngung. Die angereicherten Salze stören die Kalziumaufnahme der Pflanze. Zu viel Kunstdünger fördert zudem meist besonders das Blattwachstum und nicht die Fruchtbildung.

Aber auch mit Pflanzenjauchen kann man es übertreiben. Ich empfehle maximal einmal wöchentlich das Gießen mit verdünnter Brennnesseljauche und etwas Urgesteinsmehl. Etwas Kompost an der Oberfläche gibt beim Wässern regelmäßig Nährstoffe in den Boden ab. Mit künstlichen NPK Düngern kann man sehr leicht die Pflanzen überdüngen, mit Pflanzenjauchen ist das eher schwer, außer man schüttet sie literweise unverdünnt an die Pflanzen. Falls es lange geregnet hat, kann es auch sein dass zu viele Nährstoffe aus der Erde geschwemmt wurden. Das passiert besonders leicht bei gelöstem Kunstdünger.

Es könnte aber auch ein Pilz sein, der durch die bereits verblühte Blüte am Fruchtknoten in die junge Zucchini eingedrungen ist. Wenn es ein Pilz ist, dann hilft es, wenn man künftig die verblühten Blüten vorsichtig von der kleinen, bereits befruchteten, Zucchini abzupft. Vorsicht, dass es sich tatsächlich um bereits befruchtete Blüten bzw. Früchte handelt, denn ansonsten verkümmert kurz danach die junge Frucht und fällt ab. Eine bereits befruchtete Blüte wird kurz danach schlapp und braun. Eine sachte Berührung lässt diese rasch abfallen.

Eigenes Saatgut gewinnen und verwenden

Natürlich kann man Zucchini Saatgut entnehmen und nutzen. Baut man jedoch noch andere Kürbisgewächse im Garten an, kann es leicht zu Kreuzungen gekommen sein. Zucchini aus verunreinigtem Saatgut bergen das Risiko, Cucurbitacine anzusetzen. Das sind hoch giftige Bitterstoffe. Daher sollte man bittere Zucchini keinesfalls essen!

Will man dennoch Zucchini-Saatgut nutzen, sollte man das unter kontrollierten Bedingungen tun. Nur so kann man besonders in kleineren Gärten mit mehreren Kürbisgewächsen sicher gehen, dass es zu keiner ungewollten Kreuzung und Rückzüchtung kommt. Wer ganz sicher gehen will muss also auch ein wenig Zeit opfern.

Zuerst muss man auf eine weibliche Blüte warten, die noch geschlossen ist. Diese schützt man mit einem kleinen Wäschenetz oder ähnlichem. Die Maschenweite soll keine bestäubenden Insekten wie zum Beispiel Hummeln oder Bienen hindurch lassen. Diese könnten die Blüte mit Pollen von wer weiß woher, wie etwa Kürbis oder Zierkürbis, bestäuben. Wem das zu aufwendig ist, der kann neben einer geschlossenen Blüte lauern bis sie sich öffnet. Das kostet aber viel Zeit – dieser Tipp ist also nicht ganz ernst gemeint.

Sobald sich die weibliche Blüte öffnet bestäubt man sie von Hand mit Zucchinipollen aus einer männlichen Zucchiniblüte. Danach gibt man entweder das Wäschenetz-Säckchen wieder über die Blüte oder bindet sie mit Zwirn vorsichtig aber dicht zu. So vermeidet man auch nach der Handbestäubung eine Fremdbestäubung durch Hummeln und Bienen. Wenn die Blüte welk wird, vorsichtig abzupfen, damit kein Pilz die Zucchini befällt.

Die Frucht, auf der die von Hand bestäubte, befruchtete weibliche Zucchiniblüte saß, entwickelt sich nun zu einer stattlichen Zucchini. Achtung, diese Zucchini wird nicht vorzeitig geerntet! Damit die Samen ausreifen können, muss man die Frucht auswachsen lassen. Das heißt, die Zucchini bleibt an der Pflanze, bis sie total reif ist. Hier geht es um die Kerne, nicht um das Fruchtfleisch. Die Zucchini-Frucht wird groß und ändert schließlich die Farbe. Erst aus der überreifen Zucchini, die sich zum Kochen schon lange nicht mehr eignet, werden schließlich die harten Kerne entnommen. Sie werden nun noch kurz abgewaschen und getrocknet, bevor man sie zum Beispiel in Saatgut-Tütchen oder Gläser abfüllt.