In seiner Heimat Mittel- und Südamerika nennt man den Weihnachtsstern (euphorbia pulcherrima) auch »Krone der Anden«. Die kaminroten Hochblätter zieren die Pflanze, die bis zu fünf Meter hoch wächst, dort das ganze Jahr über.

Der giftige Weihnachtsstern, ist in der Advent- und Weihnachtszeit bei uns überall zu bekommen, gilt aber als heikle Pflanze. Diese Pflanze wird bei uns leider oft als Wegwerfpflanze gesehen, da er kaum in einem Haushalt Weihnachten übersteht. Meine Großmutter hatte ihre Weihnachtssterne jahrelang und sie sahen von Jahr zu Jahr schöner aus.

Vor und nach dem Kauf des Weihnachtssterns

Manch einer ist erstaunt, dass einige Tage nachdem der Weihnachsstern nach Hause gebracht wurde, dieser anfängt die Blätter zu verlieren. Das Problem liegt daran, dass die meisten Weihnachtssterne vom unwissenden oder uninterssierten Personal der Gartencenter und Supermärkte immer wieder ertränkt werden. Allzu oft werden die Pflanzen zu viel gegossen und noch im Wasser stehen gelassen. Daher ist es ratsam, vor dem Kauf die Erde zu kontrollieren. Hebt man die Pflanze an und das Wasser rinnt nur so aus dem Topf, ist das kein gutes Zeichen. Dann lieber die Finger davon lassen.

Die eigentlichen kleinen Blüten sollten noch nicht abgefallen oder vertrocknet sein, denn dann hat man noch lange Freude an den roten Blättern. Ebenfalls zu beachten ist, den soeben gekauften Weihnachtsstern nicht klirrender Kälte auszusetzen. Also rasch Heim mit der Pflanze, am besten gut mit Papier eingepackt, denn der Weihnachtsstern is sehr kälteempfindlich.

Kleiner Tipp: Weihnachtssterne die mit goldenen Glitzer besprüht wurden, lieber nicht kaufen.

Pflege und Standort

Der Weihnachtsstern benötigt nur wenig Wasser. Die Erde sollte wirklich nur leicht feucht sein – auf keinen Fall nass, da die Pflanze dann als erstes die Blätter abwirft. Staunässe führt zu Wurzelfäule und dies ist das Ende der Pflanze. Man kann im Frühjahr (März, April) den Weihnachtsstern umtopfen. Gut geeignet ist eine Mischung aus zwei Teilen torffreier Blumenerde und einem Teil Sand sowie etwas Tongranulat. Wer nicht mischen möchte, kann auch Kakteenerde verwenden. Nach dem Umtopfen ist eine gute Zeit, die Pflanze zurück zu schneiden.

Der häufigste Pflegefehler ist und bleibt das Gießen – es wird zu oft und zuviel gegossen. Die Erde soll wie gesagt nur leicht feucht sein, nie nass.

Gut bewährt hat sich die Tauchmethode: Der Topf wird in Wasser gestellt und so lange getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann lässt man das überschüssige Wasser ablaufen und erst wenn der Topf nicht mehr tropft, stellt man die Pflanze wieder in den Übertopf. Bis zum nächsten Tauchgang kann mehr als eine Woche vergehen, die Erde sollte angetrocknet sein. Natürlich darf die Erde auch nicht austrocknen, da ist wie immer ein wenig Aufmerksamkeit gefragt.

Tipp: Füllt eine ca. 2 Fingerhohe Schicht Blähton in den Übertopf. Das Verhindert einerseits Staunässe und andererseits wird das Wasser vom Blähton aufgenommen und erhöht so die Luftfeuchtigkeit. Bei dieser Methode kann der Topf ruhig noch tropfen, wenn man ihn in den Übertopf stellt. Während der Blüte sollte man alle 2 Wochen düngen.

Der Weihnachtsstern ist für einen hellen bis sonnigen Standort dankbar, am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Je höher die Temperatur umso heller bzw. sonniger muss der Standort sein, sonst vergeilt die Pflanze. Das bedeutet, dass die Pflanze aus Mangel an Licht übermäßig, aber schwächlich wächst, um eine bessere Lichtquelle zu erreichen. Kalte Zugluft ist dem Weihnachtsstern auch nicht zuträglich und sollte vermieden werden.

Mini-Weihnachtssterne unterscheiden sich nicht von großen Weihnachtssternen, außer durch ihre Größe sowie die Größe ihres Topfes. Die Erde in den kleinen Töpfen trocknet viel schneller aus, als in größeren Töpfen. Um das zu vermeiden, kann man nach dem Kauf, den Mini-Weihnachtsstern samt seiner Erde in einen größeren Topf mit Kakteenerde pflanzen. So lässt sich verhindern, dass die kleine Pflanze vertrocknet.

Blüte des Weihnachtssterns

In ihrer sonnigen mittel- und südamerikanischen Heimat blühen die bis zu 5m hohen Weihnachtssterne das ganze Jahr über. Die kleinen Pflanzen bei uns werden extra behandelt, damit sie um die Weihnachtszeit blühen.

Die tatsächlichen Blüten sind grün-gelblich, klein und unscheinbar. Die schönen roten »Blüten« in deren Mitte die echten Blüten sitzen, sind eigentlich leuchtend gefärbte Hochblätter. Da der Weihnachtsstern eine sogenannte Kurztagspflanze ist, blüht er nur wenn er täglich weniger als 12 Stunden Licht bekommt. Das ist in seiner Heimat von Natur aus der Fall, bei uns müssen wir etwas nachhelfen, ganz einfach mit einer Schachtel zum Beispiel. Ab Oktober bekommt der Weihnachtsstern einfach die Schachtel übergestülpt und bekommt auf diese Weise für knappe 2 Monate bis Weihnachten, längere Nächte vorgegaukelt. Mit der Taktik kann man den Weihnachtsstern aber auch zu jeder anderen Jahreszeit zum blühen bringen.

Wenn der Weihnachtsstern in einem Raum ohne Zusatzbeleuchtung (Pflanzenlampe) steht, kommenn die Bunten Hochblätter von selbst, da bei uns die Tage im Herbst ganz natürlich immer kürzer werden. Der Weihnachtsstern erstrahlt so in voller Pracht,  aber nicht genau zu Weihnachten. Das sollte aber nicht so tragisch sein, besonders weil die Methode keinen Aufwand fordert.

Rückschnitt und Vermehrung

Wenn es dem Weihnachtsstern gut geht, kann er mit der Zeit aus der Form geraten. Das bedeut nichts anderes, als das er seine kompakte Wuchsform verliert.  Der beste Zeitpunkt dafür, ist nach der Blüte. Wenn sich die ersten neuen Triebe zeigen, kann man ihn zurück schneiden – je nach Geschmack bis in die holzigen Teile. Die Schere sollte nach dem Rückschnitt gut vom Pflanzensaft gesäubert werden. Die neuen Triebe lassen sich nach ca. 3 Wochen blicken.

Der Weichnachtsstern lässt sich durch Stecklinge vermehren. Wer also einen schönen Weichnachtsstern besitzt, kann ihn vermehren und die kleinen Pflanzen an Freunde verschenken oder selbst behalten.

Erste Hilfe bei Blattverlust

Sollte der Weihnachtsstern Blätter verlieren, dann gebt ihn bitte nicht gleich auf und werft ihn nicht weg. Die Pflanze kann oft noch gerettet werden. Einen Versuch ist es allemal wert. Wie schon erwähnt, liegt die Ursache des Blattabwurfes meist an Staunässe. Nasse und kalte Erde ist schädlich für den Weihnachtsstern.

Zuerst sollte also die Erde austrocknen. Sehr gut lässt sich das mit einer warmen Bodenheizung oder einem schwach aufgedrehten Heizungskörper beschleunigen. Sollte die Erde aber richtig tropfnass sein, ist es besser die nasse Erde zu entfernen und die Pflanze in neue Erde umzutopfen. Abgestobene Triebe werden zurückgeschnitten. Dann heißt es warten, bis sich die ersten neuen Blätter zeigen.

Auch durch das Austrocknen der Erde können die Blätter abgeworfen werden. Das ist mir auch schon einmal bei einem Mini-Weihnachtsstern passiert. Ich habe ihn dann gut im Auge behalten und die Erde immer leicht freucht gehalten. Meine Geduld wurde belohnt, nach ein paar Wochen zeigten sich wieder neue Blättchen.

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