Manche Gärtner sind im Frühjahr geknickt wenn die geliebten Frühlingsblüher, die schon sehnlichst erwartet werden, einfach nicht blühen. Nur Blätter und keine Blüte, woran liegt das denn und was kann man da tun?

Mögliche Ursachen sind:

1. Blätter viel zu früh im Vorjahr abgeschnitten

Der häufigste Grund warum die Tulpen ohne Blüten bleiben. Leider sehen die Blätter von verblühten Frühlingsblühern nicht sehr schick aus, sie hängen schlapp herunter und werden gelblich. So manchen Gärtner stört das sehr und die Blätter werden abgeschnitten. Das bitte auf keinen Fall machen!

Die Blätter erst abschneiden, wenn sie vollkommen gelb und trocken sind. Die Zwiebeln von Tulpen, Narzissen und Co ziehen nach dem Verblühen die restlichen Nährstoffe aus den Blättern ein, um genug Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln. Wer die Blätter früher abschneidet schadet der Tulpe.

2. Fehlende Düngung

Viele Gärtner sind immer noch der Meinung, Tulpe, Narzisse und Hyazinthe brauchen gar keine Pflege oder Düngung. Das stimmt nicht. Im Herbst etwas Kompost direkt beim Pflanzen neuer Zwiebelblumen oder im Frühjahr etwas organischen Dünger gibt Kraft zum Blühen. Während der Blüte freuen sich die Pflanzen auch über Regenwasser mit Pflanzenjauche.

3. Samenstände im Vorjahr nicht abgeschnitten

Samenbildung zehrt sehr an der Kraft der Frühlingsblüher, darum direkt nach dem Verblühen den Samenstand abschneiden damit die Frühlingsblüher keine Kraft in Samenproduktion stecken.

4. Falscher Standort

Wenn Tulpe oder Narzisse im ersten Frühjahr schon nicht blüht, kann es sein, dass ihnen der Standort nicht gefällt. Entweder ist es zu schattig und kalt oder zu trocken oder einfach zu nass. Ein sonniger bis halbschattiger Standort und lockerer nährstoffreicher Boden gefällt ihnen besonders gut.

5. Zu viele Tochterzwiebeln

Zu viele Tochterzwiebeln an der Mutterzwiebel rauben einfach Kraft und Nährstoffe. Brutzwiebeln sind jedoch ein Grund zur Freude da man so seine Frühblüher leicht vermehren kann. Einfach die Zwiebeln ausgraben und die Brutzwiebeln von der Mamazwiebel trennen und woanders einpflanzen. Am besten macht man das im Herbst wenn man Frühlingsblüher pflanzt.

6. Wühlmäuse

Leider schmecken Wühlmäusen Blumenzwiebeln sehr gut. Da kann Gärtner nur entweder auf Pflanzkübel am Balkon ausweichen oder die Blumenzwiebeln in selbstgebastelte Drahtgebilde pflanzen, die man mit etwas Geschick aus Hasendraht selbst zusammen basteln kann.

Die im Handel angeboteten Pflanzkörbe und Pflanzschalen für Frühlingsblüher sind bei uns komplett durchgefallen, da die Wühlmäuse einfach oben in diese Pflanzschale hineingekrabbelt sind. Die selben Pflanzschalen kombiniert mit einem Drahtgeflecht darüber, kann aber funktionieren. Bitte auf jeden Fall darauf achten, dass keine spitzen Drahtstücke wegstehen! Daran können sich Gärtner und Tiere verletzen.

Bitte seht auch von Gift im Garten ab. Um eure Pflanzen zu schützen, setzt besser auf Nützlinge und Fressfeinde von Wühlmäusen wie Katze, Fuchs, Wiesel, Dachs, Marder, Eule sowie andere Greifvögel. Um Greifvögel anzulocken kann man Sitzstangen montieren, von denen aus sich die Raubvögel auf ihre Beute stürzen können. Auch spezielle Nisthilfen kann man für sie anbringen.

7. Narzissenfliege

Die Larven der Narzissenfliege fressen hauptsächlich die Zwiebeln von Narzissen. Befallen werden aber auch Tulpen, Kaphyazinthen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Iris und Lilien.

Das Weibchen legt die Eier bevorzugt in die Kelche von Narzissen. Die Maden arbeiten sich in die Blumenzwiebel vor und fressen diese auf. In der Zwiebel überwintern die Larven der Narzissenfliege auch.

Die Zwiebeln werden matschig und hohl. Je nach Schädigung der Pflanze treibt sie im nächsten Jahr nur mehr mäßig aus, oder gar nicht mehr. Die befallenen Knollen müssen alle ausgegraben und im Hausmüll entsorgt werden (nicht auf den Kompost!).

Schon beim Pflanzen neuer Zwiebeln sollte man diese immer gut kontrollieren. Weiche Blumenzwiebeln sollte man genau ansehen und nicht einpflanzen. Im kommerziellen Anbau werden die Zwiebeln in ein Wasserbad gelegt ‒ für 2 Stunden bei 42-43 Grad. So sterben die Larven in der Zwiebel ab. Das ist privat nur schwer machbar bzw. sehr aufwendig.

8. Zwiebelbasalfäule bei Narzissen

Die Zwiebelbasalfäule betrifft vor allem Narzissen und wird von einem Pilz verursacht. Die Pilzsporen sitzen in den Zwiebelschalen und können sich gut vermehren, wenn die Narzissen-Zwiebeln zu warm gelagert werden. Bei gepflanzten Narzissen führt dieser Pilz dazu, dass die Blätter frühzeitig vergilben und absterben, die Narzisse bleibt dann ohne Blüte. Bei schwerem Pilzbefall kann sogar die Knolle komplett wegfaulen.

Wenn man den Pilz im Garten hat, dann sollte man die verseuchten Pflanzen ausgraben und wegwerfen. An deren Stelle sollte man mindestens fünf Jahre lang keine Zwiebelblumen mehr pflanzen, da der Pilz einige Jahre im Boden weiterlebt.

Düngung mit kaliumreichem organischen Dünger wie zum Beispiel Beinwelljauche kann den Befall vermindern. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann auf Zwiebelbasalfäule resistente Sorten zurückgreifen. Dazu zählen Engelstränen-Narzissen (Narcissus triandrus), Jonquille (Narcissus jonquilla), die prächtigen Strauß-Narzissen oder Bukett-Narzissen (Narcissus tazetta).

Vor dem Pflanzen neuer Zwiebeln sollte man immer kontrollieren, ob sie Schäden oder Schimmel aufweisen. Diese Pflanzen dann in den Hausmüll werfen.

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