Ab Mitte Jänner holen wir GartenGnome gern einmal unsere Samenschätze hervor, um zu gustieren, zu träumen oder bereits die ersten Pflänzchen am Fensterbrett oder in kleinen Vorzuchthäuschen vorzuziehen. Auf den gekaufen Samensackerln (Samentütchen) kann man nachlesen, wie lange das enthaltene Saatgut voraussichtlich noch keimfähig ist. Das ist zwar ein guter Anhaltspunkt, jedoch ebenfalls noch keine Garantie.

Noch kniffliger wird es, wenn man Saatgut von eigenen Gartenpflanzen gesammelt hat und somit nicht absehbar ist, wie lange die Samen eigentlich keimfähig sind. Besonders ärgerlich ist es, wenn wir Wochen nach der Aussaat feststellen müssen, dass die Saat einfach nicht keimen will und dadurch auch wertvolle Zeit vergeudet wurde.

Was kann man also tun, um sicher zu gehen, dass das Saatgut noch keimfähig ist? Hat man genügend Saatgut zur Verfügung, dann kann man vorab Keimproben durchführen. Wie das geht, will ich hier beschreiben.

Keimfähigkeit durch Keimproben durchführen

Voraussetzung für die Erhaltung der Keimfähigkeit ist die richtige Lagerung der ausgereiften Samen. Am besten wird gesammeltes Saatgut trocken, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 25 Prozent und natürlich möglichst kühl (unter 10 °C) gelagert werden. Ein kühler trockener Keller ist ideal, aber wer über keine Kellerräume verfügt, kann auch auf den Kühlschrank zurückgreifen. Luftdicht verpackt und somit vor Feuchtigkeit geschützt, können die Samen problemlos im Kühlschrank gelagert werden.

Die Keimprobe zahlt sich nur aus, wenn man über eine ausreichende Menge an Samen verfügt, die alle zur gleichen Zeit verpackt bzw. gesammelt wurden. Die Keimfähigkeit ist schließlich recht einfach zu testen:

Man legt in einen Teller ein Stück feuchtes Küchenpapier, Löschpapier, Watte oder einen Kaffeefilter. Darauf legt man eine abgezählte Zahl gleicher Samen (beispielsweise zehn Chilisamen) und deckt den Teller mit Klarsichtfolie ab. Wichtig ist, dass das Küchenpapier immer feucht gehalten wird (zB. mit einer Sprühflasche besprühen) und dass der Teller an einem warmen Ort (zB. zwischen 18 und 22 °C bzw. je nach Pflanzenart) steht. Die verschiedenen Keimproben müssen natürlich passende Bedingungen fürs Keimen vorfinden. Zum Beispiel sollte man darauf achten, dass die Samen von Licht- oder Dunkelkeimern stammen und welche optimale Keimtemperatur das jeweilige Saatgut benötigt.

Keimprobe unter Folie

Wenn nach einiger Zeit, abhängig von der jeweiliger Keimzeit, kontrolliert wird, wie viele Samen gekeimt sind, wird es spannend. Mit Ausfällen muss man zwar immer rechnen, allerdings sollte für ein zufriedenstellendes Ergebnis doch eine gewisse Keimfähigkeit gewährleistet sein. Als Faustregel gilt in der Landwirtschaft, dass ca. 30 bis 90 Prozent des Saatgutes keimen sollten. Privat hat man jedoch oft weit weniger Saatgut zur Verfügung. Eine Keimfähigkeit von mindestens 50% sollte also für Kleingärtner eher zutreffen. Würde man also einen Keimtest mit 100 Samen durchführen und es keimen 50 Stück, dann sind 50% des Saatgutes keimfähig. Testet man nur 10 Samen und es keimen davon 5 Stück hat man ebenfalls eine Keimfähigkeit von 50%, wobei die Aussagekraft weniger groß ist, wie bei einer größeren Testmenge. Wenn weniger als 30% des Saatgutes gekeimt sind, dann sollte man sich den Kauf von neuem Saatgut überlegen.

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