Ein echter GartenGnom und Naturgärtner verzichtet auf zugekauften Dünger wo es nur geht.

Der mit Abstand wichtigste Dünger ist sicherlich Kompost. Er kann im eigenen Garten aus Schnittgut, Küchenabfällen und sonstigen Gartenabfällen hergestellt werden und bildet die Grundlage der naturnahen Pflanzen-Ernährung. Im Garten gibt es aber noch eine Vielzahl von Pflanzen, die für die Herstellung selbst hergestellter Bio-Flüssigdünger verwendet werden können, denn sie enthalten die wichtigsten Nährstoffe und helfen, die Pflanze stark zu machen gegen Schädlinge und Krankheiten. Diese Flüssigdünger sind nicht nur hervorragend für Obst und Gemüse geeignet, sie sind auch für Blumen verwendbar.

Komposttee – gesunder Tee für Pflanzen

Komposttee ist ein Kaltwasserauszug und als Flüssigdünger geeignet für die großen Fresser (Starkzehrer) in Beet oder Balkonkasten.

Herstellung: Man füllt ca 5 kg Kompost in einen Leinensack und verschließt ihn. Ein 10 l Kübel (Eimer) wird mit Regenwasser gefüllt und der Leinensack hineingehängt (Ähnlich wie ein Teebeutel, der in einer Tasse mit kaltem Wasser hängt). Wer keinen Leinenbeutel hat, kann den Kompost auch einfach in den Kübel schaufeln und einmal kräftig umrühren. Dann heißt es ca. 12 Stunden warten, bis das Wasser dunkelbraun (wie Schwarzer Tee) geworden ist. Danach ist der Komposttee gebrauchsfertig. Diesen Tee sollte man immer frisch ansetzen. Den Kompost kann man solange verwenden, bis das Wasser nicht mehr braun wird, dann kann man ihn auf den Beeten verteilen. Besonders gut soll der Kompost sein, in dem nicht nur pflanzliches Material kompostiert wurde, sondern auch Ausscheidungen von Pflanzenfressern wie Kuh oder Pferd.

Verwendung: zum Düngen wöchentlich 1 mal unverdünnt gießen, ca. 1:20 verdünnt als Blattdünger verwendbar (auf die Blätter sprühen), 1:100 verdünnt als Hilfemaßnahme für kränkelnde Pflanzen (sprühen),

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist ein sehr stickstoffreicher Flüssigdünger, ideal für starkzehrendes Gemüse, der allgemein kräftigend wirkt.Wer bisher dachte, als Balkongärtner keine Brennnesseljauche ansetzen zu können, irrt sich. Auch wenn man keine frischen Brennnesseln sammeln kann, man kann auch getrockenete Brennnesseln dafür verwenden.

Herstellung: Entweder 1 kg frische Brennnesseln (vor der Samenbildung ernten) in ca. 10 cm große Stücke zerkleinern oder 150-200 Gramm getrocknetes Kraut in 10 l Wasser (optimal ist Regenwasser) einrühren. Den Behälter nicht ganz anfüllen, lieber eine Hand breit Rand freilassen, denn die Jauche beginnt kurzzeitig zu schäumen. Der Kübel kann entweder aus Holz, Stein oder Plastik sein, keinenfalls aus Metall.

Der geeignete Platz für den Kübel ist ein sonniger / halbschattiger Standort, da für die Gärung Wärme wichtig ist. Ebefalls wichtig ist Sauerstoff, also nicht vergessen ein mal täglich umzurühren. Gegen den sehr strengen Geruch empfehle ich Gesteinsmehl einzurühren um den Geruch etwas zu binden – 1 bis 2 Tassen zu Beginn. Ein zuviel kann hier nicht schaden, also keine Angst. Den Kübel am Besten mit einem Fliegengitter abdecken, damit genügend Luft zur Jauche gelangen, aber kein Tier darin ertrinken kann.  Man kann noch ab und zu beim Umrühren eine Tasse Steinmehl hinzugeben. Während der Gärung (ca. 10-20 Tage, je nach Witterung) schäumt die Jauche auf, das legt sich aber wieder. Die Jauche ist fertig, wenn sich die groben Teilchen am Boden abgesetzt haben und das Wasser eine grünlich – braungraue Farbe angenommen hat und nicht mehr schäumt. Nun kann der Kübel mit einem Deckel verschlossen werden und ist gebrauchsfertig.

Verwendung: Die Brennnesseljauche wird 1:10 verdünnt und direkt zu den Wurzeln gegossen. 1:20 verdünnt kann man sie auf die Blätter sprühen, das wirkt wachstumsfördernd und hilft bei  Blattchlorose und Welkekrankheit. Kurz vergorene Brennnessljauche (ca 5 Tage gegärt), 1:10 verdünnt hilft gegen Blattläuse.

Beinwell-Jauche

Beinwell-Jauche ist ein sehr guter Kali- und Stickstoffdünger, er ist ideal für Starkzehrer wie Tomaten (Paradeiser), Kürbis, Gurken, Zucchinis …

Herstellung: 1 kg frisches, zerkleinertes Kraut oder 150-200 Gramm getrocknetes Kraut mit 10 l Wasser (bevorzugt Regenwasser) mischen. Beinwell-Jauche ansonsten genauso herstellen wie Brennnesseljauche.

Verwendung: Die fertige Jauche wird vor dem gießen 1:10 verdünnt. Zum Besprühen der Blätter (Blattdünger) verdünnt man die Jauche 1:20.

Farn-Jauche

Farn- Jauche ist nicht nur ein guter Kalidünger, sie hilft auch gegen Schnecken, Blattläuse, Pilz- und Rostkrankheiten.

Herstellung: Die Farnwedel (von Wurmfarn, Adlerfarn) kann man ab Juni ernten. Entweder 1 kg frische, zerkleinerte Farnwedel oder 150-200gr getrocknetes Farn mit 10 l Wasser (bevorzugt Regenwasser) mischen. Die Farn-Jauche ist genauso herzustellen wie die Brennnesseljauche.

Verwendung: 1:10 verdünnt als Kali-Dünger verwendbar, 1 x wöchentlich die großen Fresser (Starkzehrer) in Beet und Kübel damit gießen. Im Frühling 1:10 verdünnt gegen Schnecken und Blattläuse über die Pflanzen und das Beet gießen, unverdünnt über Pflanzen und Beet gießen gegen Pilz- und Rostkrankheiten.

GartenGnom Tipp: Alle Pflanzen, die man zu Jauche verarbeiten kann, kann man auch getrocknet verwenden. Um das ganze Jahr über die Dünge-Pflanzen zur Verfügung zu haben, kann man sie in größerer Menge ernten und zum Trocknen aufhängen. Wenn sie ganz trocken sind, zerkleinern oder zwischen den Händen klein reiben und anschließend wie Tee, gut verschlossen, aufbewahren.

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