Jeder von uns kennt Marienkäfer. Diese kleinen, halbkugeligen roten Käfer mit den schwarzen Punkten. Vielen ist auch bekannt, dass die Käfer wahre Blattlaus-Vernichter sind. Weniger bekannt ist jedoch, dass es auch Marienkäfer mit anderen Farben gibt, dass heimische Marienkäfer bedroht sind und wie eine Marienkäferlarve aussieht.

Das Leben eines Marienkäfers: Vom Ei bis zum Käfer

Wer im Garten aufmerksam ist, der findet nicht nur die kleinen Käfer. Die Glücksbringer hinterlassen auch überall ihre Spuren. Die leuchtend gelben Eier sind unverkennbar. Die gefräßigen Larven sehen nicht nur gefährlich aus, sie sind auch der Tod vieler tausender Blattläuse. Die Puppen leuchten auf den Blättern und kündigen den kommenden Marienkäfer an.

Ein Käferleben beginnt mit einem gelben Ei unter vielen. Zwischen Ende April und Anfang Mai legt ein Marienkäfer-Weibchen bis zu 400 Eier ab. Das geschieht verteilt in Grüppchen von 10 bis 60 Stück. Man findet diese Gelege meist an Blattunterseiten, an Nadeln, aber auch in Rinden-Ritzen nahe der Nahrung.

Die Eier benötigen etwa fünf bis zehn Tage zur Entwicklung. Gegen Ende der Entwicklung verfärben sich die Eier zu einem graugelben Farbton. Teilweise sieht man bereits die Larven durchscheinen. Kurz darauf schlüpfen die Marienkäferlarven alle gleichzeitig. Etwa einen Tag lang verharren die kleinen Larven noch auf ihren Eiern um sich vollständig auszudehnen und ihre Hülle erhärten zu lassen.

Danach verteilen sich die kleinen Tierchen über die Pflanze und in der gesamten Umgebung. Während des Larvenstadiums von 30 bis 60 Tagen wachsen die Marienkäferlarven. Da ihre starre Haut ein Ausdehnen nicht erlaubt, müssen sie sich in dieser Zeit je nach Art drei bis vier Mal häuten.

Marienkäferlarven sehen je nach Art und Entwicklungsgrad etwas unterschiedlich aus. Sie sind zwischen 1,5 und 15 Millimeter lang. Meist sind die Larven Schwarz, blaugrau, braun oder manchmal sogar gelb gefärbt. Typisch sind gelbe oder orangefarbene Flecken. Manche Larven sind glatt, andere haben schwarze oder rote „Warzen“ über den Körper verteilt und einige besitzen sogar Auswüchse, die wir Dornen aussehen.

Die Larven sind gefräßige Räuber. Hauptsächlich ernähren sich Marienkäfer als Larve wie auch als Käfer von Blattläusen und Schildläusen. Gibt es genügend Läuse, fressen die Larven bis zu 50 Stück pro Tag. In einem gesamten Marienkäferleben werden so mehrere Tausend Läuse vertilgt. Deshalb zählen Marienkäfer unter Gärtnern und bei Landwirten als besonders hilfreiche und wertvolle Nützlinge. Daneben vertilgen Marienkäfer Spinnmilben, Wanzen, Blattwespen und mehr.

Es gibt sogar Arten, die sich wie der Sechzehnpunkt und der Zweiundzwanzigpunkt Marienkäfer von Schimmelpilzen wie zB. Mehltau ernähren. Andere Arten, wie der Vierundzwanzigpunkt Marienkäfer ernähren sich pflanzlich. Wenn Nahrung knapp wird, dann ernähren sich jedoch auch räuberische Nützlinge von pflanzlicher Nahrung wie Früchten oder Pollen.

Schließlich klebt sich die Larve mit dem Hinterleib an ein Blatt. Nun verpuppt sich die Marienkäferlarve in einer Mumienpuppe. Das ist übrigens recht ungewöhnlich für Käfer. Die Puppe kann gelb, orangefarben, dunkelbraun, hellbraun, rotbraun oder grau sein. Die Farbe wird dabei auch von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Die Mumienpuppe des Marienkäfers bleibt beweglich. Berührt man die Puppe, so richtet sich sich auf. Je weiter entwickelt die Puppe ist, desto kräftiger wird ihre Farbe.

Nach sechs bis neun Tagen schlüpft der fertige Käfer. Kurz nach dem Schlüpfen ist der Käfer noch hell gefärbt und meist sind noch keine Flecken sichtbar. Erst muss er sich noch dehnen und härten. Nach ein paar Stunden zeigt sich die eigentlich Farbgebung und auch die Punkte werden sichtbar.

Marienkäfer vermehren sich in unserem Klima üblicherweise zweimal im Jahr. Die zweite Generation schlüpft zwischen Juli und August. Die Käfer überwintern. Dazu suchen sie gerne Zuflucht an Hausfassaden oder im Gebäude-Inneren. Im Frühjahr werden diese Käfer dann die Eier für die erste Generation des Neuen Jahres legen. Meist leben die Käfer nicht länger als ein Jahr.

Die bunte Vielfalt der Marienkäfer

Marienkäfer werden aufgrund ihrer Nützlichkeit geschätzt, weshalb sie auch als Glückssymbol gelten. Es gibt einen unglaublichen Artenreichtum. Alleine in Europa gibt es 75 Gattungen mit über 200 Arten und Unterarten. Weltweit gibt es über 6.000 Arten. Marienkäfer begegnen uns somit in den unterschiedlichsten Farbgebungen und mit vielen verschiedenen Punktzahlen. Die Benennung der Käfer findet häufig nach der Punktzahl statt, die allerdings nicht bei jedem Käfer einer Art tatsächlich dieser Zahl entspricht.

Siebenpunkt-Marienkäfer

Besonders bekannt als heimischer Marienkäfer ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Seitdem die asiatischen Harlekin-Marienkäfer in Europa als Schädlingsbekämpfer freigelassen wurden, werden heimische Arten leider dezimiert. Die Asiatischen Marienkäferlarven fressen leider auch Eier, Larven und Puppen anderer Marienkäferarten. Diese Marienkäfer erkennt man am M-förmigen Muster am Kopfschild sowie an den meist 19 Punkten.

Asiatischer Harlekin-Marienkäfer

Eine Art, die sich bei uns im Garten seit Jahren häufig zeigt, ist die schwarze Variante des Zweipunkt-Marienkäfers. Sie haben sich bei uns bisher als sehr hilfreich hervorgetan, indem sie zum Beispiel in großer Zahl Tannenstammläuse bekämpft haben.

Schwarze Variante des Zweipunkt Marienkäfers.

Auch der Sechzehnfleck-Marienkäfer zeigte sich bereits bei uns im Garten und wir hoffen, dass er sich öfter bei uns zeigt. Anders als viele andere Artgenossen ernähren sich diese Marienkäfer nicht von Blattläusen, sondern von Pilzen wie Mehltau. Tauchen diese Helfer auf, können sie Mehltaubefall von Pflanzen rasch abwenden.

Sechzehnfleckiger Marienkäfer (Halyzia sedecimguttata), auch Sechzehnfleckiger Pilz-Marienkäfer genannt.

Wie du Marienkäfer anlockst erfährst du im Artikel: „Marienkäfer zur Blattlausbekämpfung anlocken“.

Feinde von Marienkäfern

Marienkäfer haben einige natürliche Feinde wie die Marienkäfer-Brackwespe, die als Parasit vom Marienkäfer lebt, bis sie schlüpft. Viel häufiger trifft man aber auf Ameisen, die die Blattläuse melken und beschützen. Somit gehören Marienkäfer zu den erklärten Feinden der Ameise und werden daher auch bekämpft.Marienkäferlarven besitzen daher einen Panzer aus Wachs, der gegen Ameisen einen gewissen Schutz bietet. Auch Vögel, Frösche und Reptilien verspeisen manchmal die doch sehr bitter schmeckenden Käfer.

Auch asiatische Marienkäfer können wie erwähnt durch ihre rasche Vermehrung und das sehr rasche Vertilgen von Futterquellen zu einer Bedrohung für einheimische Marienkäfer-Populationen werden. Ein großes Problem für einheimische Marienkäfer ist, dass die asiatischen Käfer in ihren Körperflüssigkeiten auch Mikrosporiden, also pilzähnliche Einzeller, tragen. Die asiatischen Marienkäfer sind gegen diese Parasiten immun, allerdings finden sie sich auch in den Eiern der Käfer. Frisst nun ein einheimischer Käfer die Eier, was durchaus häufig vorkommt, so infiziert er sich und stirbt (Quelle: Die Welt).