Verfasst von Pandea | Kategorie: Dekoration und Gestaltung, Gartenkalender, Prudukte, Geschenkideen | Veröffentlicht am 24. März 2010
Bunte Eier gehören einfach zu Ostern zum Frühling – und das bereits seit etwa 4.000 Jahren. Groß und Klein haben Freude daran, Ostereier zu bemalen und zu verzieren, sich gegenseitig damit zu beschenken oder bunte Osternester im Garten zu suchen. Da nicht jeder auf gekaufte Ostereierfarben aus dem Geschäft zurückgreifen möchte, will ich hier einige Tipps zum Färben von Ostereiern mit natürlichen und lebensmittelechten Farbstoffen aus Küche und Garten vorstellen.
Greenpeace und Ökotest haben laut Uweltberatung fertig gefärbte Eier genauer angesehen und es hat sich wieder gezeigt, dass die verwendeten synthetischen Farbstoffe teilweise sehr bedenklich sind. Außerdem machen die Wirkstoffe nicht bei der Eierschale Halt, sondern dringen ins Ei ein. Nein danke – wir färben selbst!
Vorbereitung
Hier eine kleine Liste der Dinge die man sich vor der Arbeit schon einmal herrichten sollte. Man benötigt:
- einen alten Kochtopf (am besten einen alten Email-Kochtopf, da stören ein paar Farbreste nicht, außerdem können sich in Edelstahltöpfen die Farben leicht verändern)
- einen Schöpfer bzw. Schöpflöffel (um die gefärbten Eier sauber herauszuholen)
- etwas Essig (zB. Apfelessig) zum Reinigen der Eier vor dem Färben und ca. 2 Löffel Essig um die Farbe zu intensivieren (und falls gewollt aufzuhellen)
- Freiland-Eier – komplett, oder ausgeblasen. Auf weißen Eiern wirken die Farben intensiver, doch sind weiße Eier üblicherweise schwerer erhältlich.
Schritt 1: Vor dem Färben die zukünftigen Ostereier gut waschen und mit etwas Essig reinigen, so kann die Farbe besser haften und Schmutz sowie Fett werden gleichzeitig vom Ei entfernt.
Schritt 2: Etwa 1 Liter Wasser mit dem Färbemittel kochen (klarerweise noch OHNE Eier). Auch hier gilt natürlich: probieren geht über studieren, aber je länger die Färbemittel gekocht werden, umso dunkler und intensiver wird die Farbe. Einfach ausprobieren was gefällt, hier sind keine festen Regeln zu beachten.
Farben für das bunte Osterei
Orientierungshilfe für die verschiedenen Ausgangs-Substanzen: Gemüse (ca. 200 g) etwa 45 min kochen, Beeren, Blätter oder Schalen (ca. 100 g) 1 Stunde lange kochen und 1 Stunde ziehen lassen. Tee und Kaffee (50 g) für ungefähr 45 min kochen. Farbpulver aus Apotheke, Bioladen oder Reformhaus (ca. 4 TL) ca. 30 min lange kochen.
Rote Eier
- Rote Rübe (Rote Beete) – rot violett
- Rotkraut (Rotkohl) – rot violett
- rote Zwiebelschale – rot braun
Blaue Eier
- Holunderbeere – blau schwarz
- Heidelbeeren (getrocknet) – blau violett
Grüne Eier
- Spinat – dunkles Grün
- Brennnessel – gelbgrün
- kalter Matetee
Gelbe Eier
- Kurkuma – gelb (ca. 10 g in 1/2 l Wasser)
- Johanniskraut – gelbgrün – hellgelb (ca 10 EL in 1/2 Wasser)
- Birkenblätter – hellgelb (40g in 1 l Wasser)
Orangefarbene Eier
- Karotte – orange
Braune Eier
- Kaffee
- schwarzer Tee
Ostereier mit Naturfarben färben
Erst nach dem Kochen der Färbemittel (wie zuvor beschrieben) die rohen Eier im Farbsud für knapp 10 Minuten kochen. Um eine zarte Färbung zu erreichen reicht ein kurzes Farbbad. Für intensivere und dunklere Töne, die Eier einfach einige Zeit im Farbsud liegen lassen (kalt – bei ausgeblasenen Eiern ist es natürlich egal) und immer wieder nachsehen, bis man mit der Farbe zufrieden ist. Wenn dem so ist, die Ostereier aus dem Farbbad mit dem Schöpfer herausnehmen und vorsichtig auf eine alte Zeitung oder auf Küchenpapier bzw. Backpapier oder ähnliches legen.
Tipp: Nachdem die Farbe auf dem Ei getrocknet ist, auf ein Küchentuch einige Tropfen Öl geben und die Eier damit einreiben. So erhalten die Eier einen schönen Glanz und die Farben leuchten.
Muster auf das Osterei bringen
Ein einheitlich gefärbtes Ei ist ja schon sehr schön, doch manchen Osterfans ist das nicht genug. Da muss noch mehr Dekoration auf das Ei – kein Problem:
Man kann ein bereits gefärbtes Ei noch verschönern, indem man auf ein Wattestäbchen Essig gibt und damit dann Muster auf das Ei zeichnet. Je länger und intensiver man mit Essig die Stelle bearbeitet umso heller wird sie. Zum Üben einfach ein Ei nehmen und mit Pünktchen verzieren. Dadurch bekommt man ein Gefühl für diese Technik.
Noch nicht ausprobiert, aber gehört habe ich von folgenden Tipp: Mit Zitronensaftkonzentrat Muster auf das Ei pinseln, bevor man es färbt. An diesen Stellen sollte das Ei keine Farbe mehr annehmen.
Zweifärbige Ostereier
Man kann auch bereits vor dem Färben auf die Eier ein Muster mit Wachs auftragen und dieses nach dem Färben wieder abkratzen. So kann man auch zweifarbige Eier erzeugen. So gehts:
Schritt 1: Sauberes Ei färben, die hellere Farbe ist immer zuerst dran, zB. Gelb.
Schritt 2: Das hell gefärbte Ei trocknen lassen und dann mit heißem Wachs ein Muster auf das Ei tropfen. Dazu zündet man eine Kerze an und hält sie schief, sodass das geschmolzene Wachs auf das Ei tropfen kann. Vorsicht – nicht die Finger verbrennen. Tropfen für Tropfen ein Muster auf das Ei bringen, dann das Wachs trocknen lassen.
Schritt 3: Nachdem auf dem hell gefärbten Osterei das Wachs getrocknet ist, wird das Ei in die zweite, dünklere Farbe gelegt – zB. Rot. Dann das Ei in der Farbe ziehen lassen und dann vorsichtig herausnehmen. Nachdem das Ei getrocknet ist, kratzt man vorsichtig das Wachs mit einem Buttermesser oder Löffelstiel vom Ei. Das Ergebnis bei unserem Beispiel: Ein rotes Ei mit gelben Punkten.
Ostereier mit Blattmuster
Um ein Blattmuster auf das Ei zu zaubern, benötigt man einfach saubere Blätter von zB. Efeu oder Petersilie. Dieses Blatt befeuchtet man und legt es auf das Ei. Einen dünnen Nylonstrumpf (Damenstrumpf) oder ein Stück abgeschnittene Strumpfhose straff über das Ei mit anhaftendem Blatt ziehen und auf beiden Seiten verknoten. Nun das Ei färben.
Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Färben und eine frohe Osterzeit!
Verwandte Stichwörter
Ostern, Birke, Rote Rübe, Rote Beete, Zwiebel, Kurkuma, Kaffee, Färben, Brennnessel, Rotkraut, Heidelbeere, Ei, Tee, Johanniskraut, Karotte





“Bunte Eier gehören einfach zu Ostern – und das bereits seit etwa 4.000 Jahren.”
Da möchte ich doch gerne einmal wissen womit diese Behauptung belegt werden kann!? Ostern an sich ist ein christliches Fest, heidnische Feste um diese Zeit gab es natürlich auch schon vor Chr. Geburt.
Aber welchen Beleg gibt es bitte für gefärbte “Oster”-Eier vor 4000 Jahren?
Gruß h13geibel
Hi,
zum einen diente als Quelle Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Osterei (ich weiß, da muss man vorsichtig sein). Im yezidischen Glauben in Armenien und Kurdistan gehörten demnach bereits vor 4000 Jahren gefärbte Eier zum Frühjahrsfest im April. Zudem ist, soweit ich mich erinnere auch aus Mosaiken der alten Griechen die Tradition des Eierfärbens ersichtlich. Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema Osterei findet sich hier: http://www.killikus.de/ostereier-ostern-tradition/. Natürlich geht es hier lediglich um die Tradition des Eierfärbens und nicht um die Tradition von Ostern! Aber es stimmt natürlich, dass man hier wohl nicht mehr von “Oster”-Eiern schreiben dürfte.
Ostern selbst ist anundfürsich ein durch das Christentum assimiliertes Fest heidnischen Ursprungs. Für das Christentum mutet es doch etwas eigenartig an, wenn im Frühjahr Fruchtbarkeitssymbole wie Eier oder Hasen verschenkt werden.
Liebe Grüße, der Buddler
ich halte es auch für wichtig, dass diese alten Traditionen zu Ostern nicht verloren gehen. Wir bemalen unsere Ostereier mit Hilfe einer Wachstechnik. Diese Tradtion wird von den Sorben angewendet aber auch in weiteren südosteuropäischen Ländern. Weitergehende Informationen und wunderschöne Bilder gibt es unter www.ostereier-kaufen.de
viele Grüße
Hi hjeilers, das ist zwar schamlose Werbung, aber es passt recht gut zum Artikel und ich drücke mal beide Augen zu und gebe ihn frei. Der Unterschied zur oben erklärten Technik ist, dass bei Euch das Wachs auf den Eiern bleibt, während wir es dann wieder abtragen. Natürlich ist bei uns auch die Technik viel gröber. Mein Kompliment an die aufwändige Gestaltung. LG, Buddler