Viele Büros sind meiner Meinung nach viel zu wenig mit Pflanzen bestückt, dabei sieht das saftige Grün nicht nur gut aus, sondern verbessert auch das Raumklima. Damit ist jedoch nicht nur die Luftfeuchte gemeint, sondern auch der Gehalt an Schadstoffen in der Atemluft.

Pflanzen gegen Chemie in der Atemluft

Chemikalien verdunsten aus Büromöbeln oder werden von Laserdruckern abgesondert und bereiten Kopfschmerzen oder gar Übelkeit. Dem Männer-Lifestylemagazin “Men’s Health” (Ausgabe 4/2010, 10.03.2010) zufolge ergaben neue US-amerikanische Studien, dass einige Pflanzen die Gesundheitsrisiken in der Luft zu senken vermögen. Sechs verschiedene Pflanzen taten sich hier ganz besonders hervor – leider fand ich nicht zu allen Studien heraus, wo diese durchgeführt wurden.

Goldfruchtpalme gegen Kopfschmerzen

Kopfschmerz kann den Arbeitstag zur Hölle. Nicht nur Stress, Wetterfühligkeit oder ein verspannter Nacken können Kopfschmerzen verursachen, sondern auch Chemikalien in der Luft. Die Goldfruchtpalme soll durch ihre großen Wedel beispielsweise Formaldehyd aus der Zimmerluft filtern können. Diese Chemikalie steckt in alten Büromöbeln aus Holz und löst Kopfschmerz, Atemnot und Schwindel aus.

Pfefferminze für ein besseres Gedächtnis

Wir alle kennen Pfefferminze, doch in diesem Fall geht es nicht um Pfefferminztee, sondern um die lebendige Pflanze. Die Pfefferminze filtert zwar keine Schadstoffe aus der Luft, der markante Duft der Pfefferminze soll dafür aber Aufmerksamkeit sowie Gedächtnisleistung steigern, was im Büroalltag nicht schadet. Zudem senkt der Pfefferminz-Geruch Hungergefühle. (Studie der University of New York)

Efeu gegen schädliche Chemikalien

Efeu soll von Experten als Büropflanze wärmstens empfohlen werden, da dieser flüchtige organische Kohlenstoffe und andere schädlichen Chemikalien aus der Luft filtern kann. Diese Chemikalien werden beispielsweise durch Drucker und Kopiergeräte freigesetzt und verursachen häufig Kopfschmerzen und Übelkeit.

Wohlbefinden durch Zitronenmelisse

Der frisch-zitronige Duft der Zitronenmelisse verbessert laut den Forschern der Ohio State University das Wohlbefinden und steigert die Produktion des Hormons Noradrenalin. Dieses Hormon wirkt schmerzhemmend und steigert somit ebenfalls unser Wohlbefinden.

Efeutute gegen einen gereizten Hals

Die Efeutute ist eine beliebte Zimmerpflanze, doch nun fand eine Studie der Pennsylvania State University heraus, dass die Efeutute noch mehr zu bieten hat. So schluckt diese Pflanze Formaldehyd und reduziert die gefährliche Chemikalie Xylol. Xylol befindet sich beispielsweise in Auto-Abgasen, Lösungsmittel-Ausdünstungen oder in Zigarettenrauch. Menschen reagieren mit Kopfschmerz, Stechen in der Brust, Halsreizungen bis Übelkeit kann aber auch chronische Beschwerden und Schlimmeres davon bekommen.

Gardenie gegen Depressionen

Die Wissenschafter der Rutgers University empfehlen die Gardenie als Büropflanze, da ihre großen weißen Blüten einen angenehmen raumfüllenden Duft verströmen. Dieser Duft soll den Forschern zufolge antidepressiv wirken.

Die Studien auf dem Prüfstand

Konkret: das Servicemagazin“ des ORF hat zusammen mit dem Umweltbundesamt die Ergebnisse der Studien geprüft, die sich auf das Filtern von Chemikalien aus der Luft beschäftigten. Die Ergebnisse waren vielversprechend, denn alle bezeichneten Chemikalien konnten zumindest teilweise aus der Luft gefiltert werden. Nur eine Ausnahme gab es: Die Formaldehyd-Konzentration der Luft blieb unverändert. Das lag aber nach Vermutung der Laboranten des Umweltbundesamtes an der ohnehin geringen Menge an Formaldehyd in österreichischen Büros.

Für die Tests wurden Proberöhrchen gefüllt mit Aktivkohle (ca. 100 EUR je Stück) in Büros mit und in Büros ohne den entsprechenden Pflanzen verteilt und über eine Weile dort belassen.

Quelle: Pressemeldung von Men’s Health und ots sowie ORF: Konkret

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