Streng genommen sind wir täglich von Pilzen umgeben. Sie finden sich in der Luft, im Wasser aber vor allem an Land. Trotz der großen Vielfalt werden sie unter dem Begriff „Pilze“ zusammengefasst, dazu zählen unter Anderem Hefepilze, Fußpilze genauso wie Speisepilze. Ebenfalls gut zu wissen: Der Pilz ist weder Tier noch Pflanze. Hut und Stiel sind noch lange nicht der eigentliche Pilz, sondern lediglich der Fruchtkörper, der die Sporen zur Fortpflanzung bildet. Der eigentliche Pilz besteht aus dem Myzel, das aus einem dichten Geflecht von mikroskopisch kleinen Zellfäden gebildet wird und sich unter der Erdoberfläche ausbreitet.

Wann beginnt die Pilzsaison?

Das ist wohl eher eine Anfängerfrage, denn besessene Schwammerl- (Pilz-)experten wissen, dass sich die „Saison“ über das ganze Jahr zieht.

Im Frühling gibt es zum Beispiel Morcheln wie Spitz- oder Speisemorcheln, im Sommer Eierschwammerl (Pfifferlinge) und Rotkappe, im Herbst Parasol, Champignon und Steinpilz (Herrenpilz), echter Ritterling (Grünling) und Totentrompete (Herbsttrompete). Die größte Auswahl an Pilzen gibt es allerdings von August bis Oktober. In diesen paar Monaten gedeihen die meisten essbaren und vor allem köstlichen Pilze wie Champignon, Parasol, Maronenröhrling und Steinpilze (Herrenpilze).

Egal um welche Speisepilze es sich handelt, es sollte Ehrensache sein, nie mehr als die gesetzlich erlaubten 2 kg für den Eigenbedarf zu sammeln. Wer den Wald ausplündert, gefährdet nicht nur seine Ernte im nächsten Jahr, ganz abgesehen von den großen Schäden des Ökosystems Wald.

Schwammerlwetter

Wann der beste Zeitpunkt ist, um sich auf Schwammerlsuche zu begeben, ist vom Wetter abhängig. Pilze brauchen das typische „Schwammerlwetter“: Regenfall und dann wieder Wärme und die damit verbundene aufsteigende Feuchtigkeit. Es sollte also über einen längeren Zeitraum feucht und warm sein. Die alten Hasen unter den Pilzsammlern haben aber eigene, meist geheime Methoden um das perfekte Pilzwetter zu erkennen. Natürlich ist es immer möglich, dass man im letzten Herbst noch mit prall gefüllten Körben aus dem Wald kam und im folgendem Jahr die Ausbeute gerade so in eine Hand passt.

Die wirklich guten Schwammerlplätze werden von leidenschaftlichen Sammlern natürlich geheim gehalten und oft nicht einmal den engsten Verwandten anvertraut. Wer ein ergiebiges Plätzchen gefunden hat, will auf keinen Fall, dass ein anderer dort sammeln geht.

Ich persönlich habe in meinem Umfeld schon miterlebt, wie sich ein solcher, angeblicher Verrat des Sammelgebiets sehr negativ auf den Haussegen auswirken kann. Ein wahrer Pilzsammler kennt scheinbar bei diesem Thema keine Freunde.

Speisepilz oder Giftpilz?

In Österreich gelten 200 bis 300 Arten der etwa 5.000 heimischen Pilze als essbar. Hört sich gar nicht so wenig an, aber es gibt auch ca. 20 Arten, die wirklich giftig für uns Menschen sind und ein Teil davon ist sogar tödlich-giftig. Zu den gefährlichsten Pilzen gehören der Grüne Knollenblätterpilz, der Weiße Knollenblätterpilz und der Kegelhütige Knollenblätterpilz, ebenso der Ziegelrote Risspilz, der Orangefuchsige Schleierling und der Gifthäubling.

Eine Pilzvergiftung muss nicht sofort nach dem Verzehr bemerkbar sein, meistens vergehen fünf bis 24 Stunden bis es erste Anzeichen für eine Vergiftung gibt. Manche Pilzvergiftungen bleiben sogar äußerst lange unentdeckt, denn zB. der Spitzbucklige Rauhkopf und Orangefuchsige Schleierling verursachen manchmal erst nach ganzen zwei Wochen gesundheitliche Beschwerden. Dies geschieht so langsam, da deren Gift nicht sofort wirkt, sondern erst nach und nach die Nieren schädigt.

Hilfe bei Pilzvergiftungen

Die ersten Anzeichen einer Pilzvergiftung können sein: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Durchfall und Fieberschübe. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung muss natürlich sofort ein Arzt oder Krankenwagen gerufen werden. Um die Bestimmung der Giftpilze für die Fachleute zu erleichtern – Pilz- oder Speisereste mitnehmen und unbedingt mitteilen, dass man in letzter Zeit Pilze auf dem Speiseplan hatte!

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