Viele von uns besitzen den einen oder anderen Rhododendron im Garten. Diese Pflanzen sind in unseren Gärten äußerst beliebt, weil sie eine vielseitige und wunderschön üppige Blütenpracht hervorbringen und eine Zierde für jeden Garten sein können. Leider sind diese Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse nicht unbedingt sehr anspruchslos. Wir GartenGnome erhalten immer wieder Fragen rund um Rhododendren und wollen nun ein paar davon in diesen Artikel behandeln.

Rosenbaum und Alpenrose

Den Ursprung der Garten-Rhododendren muss man zwar nicht kennen, aber dieses Wissen hilft um diese Pflanzen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Daher will ich meinen Artikel mit ein bisschen Hintergrundwissen beginnen:

Der Name Rhododendron stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Rosenbaum“, wobei dieser Begriff bis ins 17. Jahrhundert eigentlich für den Oleander verwendet wurde. Erst Carl von Linné, also jener schwedische Naturforscher, der die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Klassifikations-Schemen schuf, übertrug den Namen auf die Alpenrose, eine zierliche Wildform der Rhododendren.

Roter Rhododendron

 

Die Gattung Rhododendron ist die Gehölzgattung mit den weltweit meisten beschriebenen Arten. Es gibt mehr als 1.000 beschriebene Arten und durch die unzähligen Züchtungen zählt man heute sogar über 30.000 Rhododendron-Sorten! Das Verbreitungsgebiet reicht vom troposchen Regenwald über Meeresküsten bis in die Alpen. Viele der aktuellen und beliebtesten Züchtungen stammen von amerikanischen und asiatischen Elternlinien ab.

Viele der heutigen Rhododendron-Sorten stammen von Arten ab, die auf humusreichen, gleichbleibend feuchten und kalkarmen Böden in lichten Laubwäldern wuchsen. Die Elternpflanzen waren also auf Boden mit einem hohen Anteil an zersetzten Blättern und Pflanzenresten spezialisiert. Das erkennt man auch am Wurzelwerk unserer Rhododendren im Garten. Es ist sehr dicht, flach und hat einen hohen Anteil an Feinwurzeln.

Der richtige Standort für Rhododendren

Gleich vorweg: Wie bereits erwähnt gibt es unzählige Rhododendron-Arten und einige von ihnen haben andere Bedürfnisse als andere Arten. Aus diesem Grund sollte man sich die Namen der gepflanzten Rhododendren unbedingt aufschreiben oder sie an den Pflanzen direkt anbringen. Gibt es später einmal ein Problem, gestaltet sich die Suche nach einer Lösung wesentlich einfacher.

Der ideale Standort für die meisten Rhododendren-Sorten wäre der Standort, den auch ihre Vorfahren gewählt hätten: Lichte Laubwälder. Wer aber nicht gerade in einem Forsthaus tief im Wald lebt und einen Waldgarten sein Eigen nennt, aber dennoch Rhododendren im Garten bewundern will, der sollte diese Standortbedingungen so gut es geht simulieren. Der ideale Standort sollte sich im Halbschatten, aber nicht im Schatten befinden also am Besten unter einem Baum, wobei es kaum eine Rolle spielen dürfte ob Laub- oder Nadelbaum.

Roter Rhododendron

 

Boden

Der Boden auf dem der Rhododendron im Garten wachsen soll, sollte sehr locker und humusreich sein. Mit schweren Lehmböden können die Pflanzen nicht umgehen, da sich ihr feines Wurzelwerk darin nicht ausbreiten kann. In den meisten Gärten ist daher eine entsprechende Bodenvorbereitung oder sogar ein Bodentausch am späteren Standort angebracht. Dafür sollte man ein Loch von mindestens 1,5m Durchmesser und einem halben Meter Tiefe ausheben. In einigen Büchern kann man auch lesen, dass das Pflanzloch mindestens dreimal so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen des Rhododendron sein soll.

Mit ein wenig Vorbereitung kann man aus den meisten Gartenböden den richtigen Untergrund bereiten. Wichtig ist, dass man die Bildung von reichlich Humus fördert. Die meisten Böden müssen dazu mit saurem, organischem Material angereichert werden. Achtung: Rhododendren sind keine Moorbeet-Pflanzen und benötigen daher auch keinen Torf!

Sandige Böden sind zwar gut durchlüftet, wasserdurchlässig und locker genug für feine Wurzeln, allerdings mangelt es an den nötigen Nährstoffen. Hier empfiehlt sich die Anreicherung mit Kompost – am besten saurer Blatt- oder Nadelkompost.

Lehmböden sind für die feinen Haarwurzeln des Rhododendron tödlich, weshalb man diesen Boden mit Sand auflockern und mit saurem Kompost anreichern sollte.

Waldböden sind ideale Standorte. Hier sollte man dennoch auf Bodenverdichtung achten und bei Bedarf den Boden ein wenig auflockern.

Staunässe ist für viele Pflanzen gefährlich, so auch für Rhododendren. Damit man Staunässebildung vermeidet muss man die verdichteten Bodenschichten durch Auflockerung durchbrechen. Reicht die verdichtete Bodenschicht zu tief, so kann man sich mit einer Drainage behelfen.

Mulch

Eine Mulchschicht verhindert das Austrocknen des Bodens und hält die Bodentemperatur. Bei Rhododendren kann man mit der richtigen Wahl der Mulchschicht auch für die laufende Anreicherung mit Nährstoffen sorgen. Als Mulch eignet sich eigentlich alles, was man auch am Waldboden finden kann: Laub und Baum-Nadeln, Laub und Nadelerde, angerottetes Schreddergut oder Rindenmulch.

Pinker Rhododendron

 

Problempflanze Rhododendron?

Rhododendren fühlen sich in unseren Gärten nur wohl, wenn wir ihre natürlichen Lebensbedingungen gut nachahmen können. Aber auch wenn man seine Rhododendren noch sosehr hegt und pflegt – wenn der eigene Garten nicht tatsächlich über die idealen Bedingungen verfügt, dann wird der Rhododendron von Zeit zu Zeit Probleme anzeigen.

Zumeist findet man gelbe Blätter, die bei gleichmäßiger Färbung oft auf Stickstoffmangel oder Staunässe hindeuten. Das bedeutet, dass man bei stark durchnässten Böden für Lockerung oder Drainierung sorgen sollte. Ist der Boden aber nicht von Staunässe bedroht, so wird es sich um Stickstoffmangel handeln. Besonders nach der Anreicherung oder nach dem Mulchen mit Material, das gerade erst verrottet, entzieht dieses für den Rotteprozess dem Boden Stickstoff. Ein bisschen Kompost, Komposttee oder Hornspäne können hier helfen.

Zeigen sich gelbe und braune (rostige) Stellen an Blättern und Blüten, so hat man es evtl. mit Rhododendron-Zikaden zu tun. Da wir einen Naturgarten haben, versuchen wir die Zikaden mit natürlichen Methoden in Zaum zu halten. Zum Einen scheinen die Vögel, die wir durch Ganzjahresfütterung angelockt haben, die Zikaden liebend gerne abzupicken, zum anderen locken die befallenen Rhododendren ganz von alleine Wespen mittels ihrer Nektarien an. Die Wespen kümmern sich schließlich auch um die Zikaden.

Nektarium des Rhododendron

Nektarien des Rhododendron

Rhododendren im GartenGnom-Garten

Wir GartenGnome haben für Rhododendren eine etwas ungewöhnliche Kombination aus idealem Standort und schlechtem Standort: Unser Garten liegt am Waldrand, der Boden ist jedoch an einigen Stellen sehr lehmig, da hier vor längerer Zeit mit lehmiger Erde aufgeschüttet wurde. Solange wir aber den lehmigen Boden meiden und nahe am Waldrand pflanzen, haben wir an unseren Rhododendren immer eine Freude.

Wer noch mehr über Rhododendren wissen möchte, der findet auf der Website der Deutschen Rhododendron-Gesellschaft e.V. (DRG). Wir kennen kaum eine umfassendere und dennoch nicht zu wissenschaftlich orientierte Website zu diesem Thema.

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